Steuerabkommen – Engie schiebt die Schuld auf Luxemburg

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SteuerabkommenEngie schiebt die Schuld auf Luxemburg

LUXEMBURG - Der Konzern Engie hat bei der laufenden Untersuchung betreffs der Steuerabkommen mit Luxemburg nichts zu befürchten, schätzt CEO Isabelle Kocher

Für Isabelle Kocher, CEO von Engie, ist es an Luxemburg Rechenschaft abzulegen.

Für Isabelle Kocher, CEO von Engie, ist es an Luxemburg Rechenschaft abzulegen.

AFP

Der internationale Energiekonzern Engie soll sich in Luxemburg durch Steuerdeals ungerechtfertigte Vorteile verschafft haben. Isabelle Kocher, Vorstandsvorsitzende von Engie, reagierte am Donnerstag auf die Vorwürfe der EU-Kommission: «Luxemburg wird von der Europäischen Kommission zur Rechenschaft gezogen. Engie hat nichts damit zu tun», betonte sie.

Brüssel hatte am 19. September eine vertiefte Untersuchung in Bezug auf die seit 2008 existierenden Steuerabkommen zwischen Luxemburg und GDF Suez (inzwischen Engie) eingeleitet. Es geht um mehrere finanzielle Transaktionen, die zwischen 2009 und 2011 stattgefunden hatten.

Ungerechtfertigter Vorteil?

Die EU-Kommission befürchtet laut Kocher, dass die von Luxemburg getroffenen Entscheidungen GDF einen ungerechtfertigten Vorteil gegenüber anderen Unternehmen verschaffen haben. Dies stelle einen Verstoß gegen die EU-Regeln über staatliche Hilfen dar, erklärte sie in einer Pressemitteilung. Luxemburg habe der Kommission zu beweisen, dass es keine bevorzugte Behandlung von Engie gegeben hatte, nicht umgekehrt. Größter Anteilseigner an Engie ist der französische Staat mit 30 Prozent.

Das Luxemburger Finanzministerium erklärt, dass es keinerlei steuerliche Sonderbehandlung oder Bevorzugung gegeben habe. Man sei bereit, alle benötigten Informationen herauszugeben.

(L'essentiel/AFP)

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