In Luxemburg – Entführte Kinder werden nun per Großalarm gesucht
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In LuxemburgEntführte Kinder werden nun per Großalarm gesucht

LUXEMBURG – Bei einer Kindesentführung zählt jede Sekunde, um Schlimmeres zu verhindern. Im Großherzogtum gibt es nun den «Amber Alert», der bei der Suche eingesetzt wird.

Der «Amber Alert» ist ab sofort in Luxemburg aktiv.

Der «Amber Alert» ist ab sofort in Luxemburg aktiv.

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Es ist das Albtraumszenario schlechthin für alle Eltern: Das eigene Kind wurde entführt. Jetzt muss alles schnell gehen. Luxemburg schließt sich nun einer internationalen Kampagne an, damit die Vermisstenmeldung möglichst rasant verbreitet und somit die Überlebenschance des Kindes erhöht wird: der «Amber Alert». Justizminister Félix Braz und Staatssekretärin Francine Closener gaben am Donnerstag den offiziellen Startschuss für das System.

Liegt eine Vermisstenmeldung vor, kann die Bevölkerung über verschiedene Kanäle direkt informiert werden. Durch SMS, soziale Netzwerke, Medien sowie Anzeigetafeln an Bahnhöfen, Autobahnen und öffentlichen Plätzen. Das System wird bereits im mehreren Ländern eingesetzt.

Nur wenige Fälle in Luxemburg

Das System soll nur benutzt werden, wenn den Behörden ein begründeter Verdacht von Entführung vorliegt. Es soll vermieden werden, dass jeder Ausreißer per öffentlicher Fahndung gesucht wird. Sobald das Kind gefunden wurde, werden die Daten aus Datenschutzgründen wieder komplett gelöscht.

Im Großherzogtum wird der Alarm wohl nicht oft ausgelöst werden. «Wenn wir uns die Anzahl der Vermisstenmeldungen von Kindern ansehen, bei denen die Öffentlichkeit hinzugezogen wurde, sprechen wir von weniger als einer in fünf Jahren», sagte Braz bei der Unterzeichnung des Abkommens im Januar.

Wenn es aber soweit ist, zählt jede Sekunde. In den Niederlanden ist das System seit 2008 in Kraft. Schätzungen zufolge sind 88 Prozent der Bevölkerung innerhalb weniger Minuten informiert, sobald der «Amber Alert» aktiviert wurde.

(Juliette Devaux/L'essentiel)

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