Kanada: Entschuldigt sich Papst in historischem Mea Culpa für Misshandlung an Indigenen?

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KanadaEntschuldigt sich Papst in historischem Mea Culpa für Misshandlung an Indigenen?

Papst Franziskus will die indigene Bevölkerung in Kanada um Entschuldigung für das Leid bitten, das Kindern in kirchlich geführten Internaten widerfuhr.

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In Kanada will sich Papst Franziskus bei der indigenen Bevölkerung entschuldigen.

In Kanada will sich Papst Franziskus bei der indigenen Bevölkerung entschuldigen.

via REUTERS
Grund für das «Mea Culpa» sind Misshandlung und Gewalt, der Indigene in Institutionen der katholischen Kirche in Kanada ausgesetzt waren.

Grund für das «Mea Culpa» sind Misshandlung und Gewalt, der Indigene in Institutionen der katholischen Kirche in Kanada ausgesetzt waren.

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Kanadas Regierung hat eingeräumt, dass es an den Schulen körperliche und sexuelle Misshandlungen gab. (Im Bild: Kanadas Premierminister Justin Trudeau.)

Kanadas Regierung hat eingeräumt, dass es an den Schulen körperliche und sexuelle Misshandlungen gab. (Im Bild: Kanadas Premierminister Justin Trudeau.)

AFP

Papst Franziskus will sich in Kanada voraussichtlich am Montag bei der indigenen Bevölkerung für Missbrauch und Gewalt in Institutionen der katholischen Kirche entschuldigen. Bei seiner Ankunft auf dem Flughafen von Edmonton in der Provinz Alberta wurde er am Sonntag von Premierminister Justin Trudeau und der ersten indigenen Generalgouverneurin Kanadas, Mary May Simon, in Empfang genommen. Auf dem Flug hatte der Pontifex vor Journalistinnen und Journalisten von einer «Bussreise» gesprochen.

Rund 150.000 indigene Kinder mussten in der Zeit vom 19. Jahrhundert bis in die 1970er-Jahre staatlich finanzierte christliche Schulen besuchen. Dabei wurden sie von ihren Familien und ihrer indigenen Kultur getrennt. Ziel der Einrichtungen war es, die Kinder in die christliche Gesellschaft zu integrieren. Kanadas Regierung hat eingeräumt, dass es an den Schulen körperliche und sexuelle Misshandlungen gab. 2008 bat der damalige Premierminister Stephen Harper formell um Entschuldigung. Die Regierung zahlte eine Entschädigung in Milliardenhöhe, die an indigene Gemeinschaften überwiesen wurde.

Ruhezeit vor «Bussreise»

Am Sonntag nahm der Papst keine offiziellen Termine wahr. Dies sollte ihm offenbar eine Ruhezeit ermöglichen, ehe er am Montag in der Nähe eines früheren Internats in Maskwacis mit Überlebenden von Misshandlungen durch Missionare zusammentreffen will.

«Aktuell sind viele in unserem Volk skeptisch und sie sind verletzt», sagte George Arcand Jr., Vorsitzender des Indigenen-Verbands Treaty Six First Nations, der zum Begrüßungskomitee für den Papst gehörte. Die erwartete Entschuldigung «gibt unseren Erfahrungen Gültigkeit und schafft eine Gelegenheit für die Kirche, die Beziehungen zu Indigenen weltweit zu reparieren». Doch «es hört hier nicht auf – es gibt viel zu tun. Es ist ein Anfang.»

Indigene wollen Schicksale der Kinder wissen

Indigene Gruppen wollen mehr als nur Worte. Sie pochen auf Zugang zu den Kirchenarchiven, um mehr über das Schicksal von Kindern zu erfahren, die von kirchlichen Schulen nie nach Hause zurückkamen. Und sie fordern, dass die Verantwortlichen für Gewalt und Misshandlungen zur Rechenschaft gezogen werden; finanzielle Entschädigung und die Rückgabe indigener Artefakte, die in Museen des Vatikans aufbewahrt werden.

RoseAnne Archibald, eine der bekanntesten indigenen Anführerinnen in Kanada, erklärte, dass etliche Mitglieder ihrer Familie die Internate besucht hätten. Darunter sei eine Schwester, die in einer Einrichtung in Ontario gestorben sei. Es handele sich um eine «Institution der Assimilierung und des Genozids», sagte Archibald.

Überreste von 200 Kindern entdeckt

Eine kanadische Kommission hatte bereits 2015 zu einem päpstlichen Mea Culpa auf kanadischem Boden aufgerufen. Nachdem im vergangenen Jahr Überreste von rund 200 Kindern auf dem Grundstück einer früheren Schule in der kanadischen Provinz British Columbia gefunden worden waren, leitete der Vatikan Schritte ein, um die Entschuldigung umzusetzen.

Während seiner einwöchigen Kanada-Reise wird der Papst auch Québec und Iqaluit im Norden des Landes besuchen. Organisatoren von Veranstaltungen mit dem Papst haben angekündigt, dass sie Überlebenden aus den früheren Schulen helfen wollten, daran teilzunehmen. Viele der Betroffenen seien inzwischen älter und fragil und bräuchten womöglich besondere Zuwendung.

(DPA/bre)

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