Freundin von Terroropfer – «Er hielt gerade unseren Sohn an der Hand»
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Freundin von Terroropfer«Er hielt gerade unseren Sohn an der Hand»

Menschen auf der ganzen Welt trauern um die Opfer des Terroranschlags in Barcelona. Unter den Getöteten ist auch ein junger Familienvater.

Der spanische König Felipe und Ministerpräsident Mariano Rajoy haben am Freitag gemeinsam mit Tausenden Menschen eine Schweigeminute für die Opfer der Terroranschläge in Barcelona und Cambrils abgehalten. Ganz in der Nähe des Platzes hatte Stunden zuvor der Fahrer eines Lieferwagens mindestens 13 Menschen getötet.

Vor den Augen seiner Kinder überfahren

Der Italiener Bruno Gullotta (35) wurde vom Van vor den Augen seiner beiden Kinder überrollt. Laut italienischen Medienberichten schilderte Martina, die Partnerin des Opfers, dass Gullotta mit voller Wucht von dem Wagen angefahren worden sei, während er den fünfjährigen Sohn der beiden an der Hand gehalten habe. Sie habe ihre einjährige Tochter zum Zeitpunkt des Attentats bei sich gehabt und habe den kleinen Jungen noch gerade rechtzeitig wegziehen und retten können.

Gullottas Arbeitgeber, die Firma Tom's Hardware in Legnano bei Mailand, meldete den Tod auf ihrer Facebook-Seite: «Ein Freund, ein Vater, ein Kollege wurde im Herzen Barcelonas von einem abstoßenden Terroristen überfahren und getötet.» Das Unternehmen erklärte, Gullotta «war eine Bezugsperson für die, die ihn kannten» und betonte «seine Liebenswürdigkeit und Professionalität».

Laut spanischen Medien befindet sich auch ein dreijähriges Kind unter den Opfern. Der Junge wurde zunächst ins Krankenhaus San Pau überführt und reanimiert, er erlag jedoch wenig später seinen Verletzungen.

«Helft mir, ihn nach Hause zu holen»

Das zweite italienische Opfer ist der 25-jährige Luca Russo aus Bassano del Grappa in der Provinz Vicenza. Der junge Ingenieur war mit seiner Freundin Marta in den Ferien, die beim Anschlag verletzt wurde. Wie La Repubblica berichtet, bittet Russos Schwester Chiara jetzt das Netz um Hilfe. «Bitte helft mir, ihn nach Hause zu holen», schrieb sie auf Facebook.

Spanischer Großvater auf der Liste der Opfer entdeckt

Der 60-jährige Francisco López Rodríguez aus Lanteira bei Granada wurde stundenlang von seiner Familie gesucht. Seine Nichte Raquel Baron Lopez hatte via Twitter um Hilfe gebeten.

«Fünf Mitglieder meiner Familie waren zum Zeitpunkt des Anschlags auf den Ramblas am Spazieren. Vier von ihnen konnten wir erreichen, aber mein Onkel fehlt», schrieb sie am frühen Donnerstagnachmittag. Mitten in der Nacht dann: «Es sind zehn Stunden vergangen. Das ist eine Qual. Bitte helft uns. Wir stehen in Kontakt mit der Polizei und haben in allen Krankenhäusern nachgefragt.» In den ersten Morgenstunden kam die traurige Gewissheit: «Er ist auf der Stelle gestorben, darum tauchte er auf keiner Liste auf. Ich kann nicht mehr. Danke euch allen.»

Belgien trauert um zweifache Mutter

Das belgische Außenministerium bestätigte ein belgisches Opfer: Elke Vanbockrijck (44) verbrachte Ferien mit ihrem Mann und ihren 11- und 14-jährigen Söhnen in Barcelona.

(L'essentiel/kle)

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