Anbindung an A64 – Er ist wieder da: Zuspruch für den «Moselaufstieg»
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Anbindung an A64Er ist wieder da: Zuspruch für den «Moselaufstieg»

TRIER – Er war einige Jahre vom Tisch, jetzt wird der Moselaufstieg wieder diskutiert: Die Umgehungsstraße könnte Trier von einigem Verkehr befreien – und auch Grenzgängern helfen.

Normales Bild in Igel: dichter Verkehr auf der Bundesstraße 49.

Normales Bild in Igel: dichter Verkehr auf der Bundesstraße 49.

Friedemann Vetter

Viele vom möglichen Bau des Moselaufstiegs betroffene Kommunen haben inzwischen ausgesagt, was sie von den Planungen halten. Bis auf eine Ausnahme sind bisher eigentlich alle grundsätzlich mit dem Bau der Straße einverstanden. Das meldet der Trierische Volksfreund.

Der Moselaufstieg würde vom Endpunkt der Ortsumgehung Könen zwischen Konz und Wasserliesch über die Mosel zur Autobahn 64 bei Trierweiler führen und rund 60 Millionen Euro kosten.

Der Konzer Verbandsgemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung gegen die Stimmen von SPD und Grünen für die Straße ausgesprochen. Der Igeler Gemeinderat hat in seiner Sitzung hingegen die Pläne abgelehnt. „Einstimmig“, wie Ortsbürgermeister Franz-Josef Scharfbillig feststellt. Das verwundert nur wenig, denn die Igeler lehnen den Bau der Strecke schon seit mehr als 20 Jahren ab. Und so heißt es im neuen Ratsbeschluss auch, dass die 1995 festgelegte Trasse aus „planerischen und verkehrspolitischen Überlegungen sowie aufgrund einer Vielzahl umweltrelevanter Aspekte abzulehnen ist“.

Alternative Planung

Diese alte Streckenführung ist es, über die in den Räten gesprochen worden ist. So befürchten die Igeler unter anderem die Zerstörung von großen Waldflächen und mehr Verkehr im Ort. Statt der einen Brücke hätten die Igeler gerne zwei und einen Tunnel noch dazu: die sogenannte Zwei-Brücken-Lösung. Diese Idee aus dem Jahr 2011 sieht eine Verbindung vor, die von der gegenüberliegenden Moselseite in den Bereich zwischen Igel und Wasserbilligerbrück führt. Von dort aus soll es durch einen Tunnel Richtung Langsur und dann auf luxemburgischem Terrain zur Autobahn gehen.

Über das Stadium der Idee ist dieser Plan nicht hinausgekommen. Zudem gibt es noch einen Grund, weshalb die Igeler unzufrieden sind. Sie erwarten eine Zunahme des Verkehrs in ihrem Ort durch Mautflüchtlinge. Sie fürchten, dass nach Einführung einer Maut viele Autofahrer die A 64 meiden. Stattdessen würden sie die Route durch Mertert, Wasserbillig und Igel nach Trier wählen. Die Mautpläne sind eine Idee der Bundesregierung, die vom Bundestag abgesegnet worden sind.

Bund plant gegen Willen des Landes

Das Parlament hatte wenige Monate vor dieser in der Region Trier kritisch bewerteten Entscheidung über ein anderes verkehrspolitisches Thema abgestimmt: den Bundesverkehrswegeplan. Gegen den Willen der rheinland-pfälzischen Landesregierung war dort der Moselaufstieg aufgenommen worden. Für die Planung der Strecke ist der Landesbetrieb Mobilität (LBM) zuständig. Ob und wann der LBM mit konkreten Planungen beginnt, ist weiter offen.

Auf Anfrage des Volksfreunds hatte das zuständige Wirtschafts- und Verkehrsministerium mitgeteilt, dass bisher noch nicht darüber entschieden sei, welche Strecken angegangen werden. Auch der Landtagsabgeordnete Bernhard Henter (CDU) hatte bisher wenig Glück mit seinem Wunsch nach Informationen. Auf Anfrage teilte ihm Minister Volker Wissing (FDP) mit, dass sich aus dem Bundesverkehrswegeplan zwar ein Planungs- und Umsetzungsauftrag ergebe. Zudem habe der LBM eine Liste vorgelegt, die eine Reihenfolge der Projekte beinhaltet. Darüber sei noch nicht entschieden. Henter und sein CDU-Kollge Arnold Schmitt haben nun nachgelegt. In einer weiteren kleinen Anfrage wollen sie unter anderem wissen, wie die LBM-Liste aussieht und wann die Landesregierung gedenkt, ihre Reihenfolge vorzulegen. Es entspricht den parlamentarischen Spielregeln, dass spätestens Ende des Monats die Antworten vorliegen.

Quelle: Trierischer Volksfreund / Harald Jansen

(L’essentiel/TV/fgg)

Moselaufsteig: Die Planung

Anders als bei anderen Projekten können die Straßenplaner beim Bau des Moselaufstiegs auf alte Unterlagen zurückgreifen. Die aus den 90er Jahren stammenden Akten sind Teil des Planfeststellungsbeschlusses für den Bau der Straße. Dieser Beschluss wurde von einem Gericht aufgehoben, da aufgrund der schlechten Priorisierung im damaligen Bundesverkehrswegeplan mit einer zeitnahen Umsetzung nicht zu rechnen war.

Im neuen Bundesverkehrswegeplan ist der Moselaufstieg hingegen in der Kategorie «vordringlicher Bedarf» einsortiert worden. In einem ersten Schritt prüfen nun Kommunen, inwieweit die alten Planungen noch passen. Denn seit den 90er Jahren sind unter anderem neue Baugebiete entstanden. Auch möchte die VG Trier-Land in der Nähe der Trasse Platz für Windräder schaffen.

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