Telefonbetrug – «Er sagte, dass mein Computer voller Viren sei!»

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Telefonbetrug«Er sagte, dass mein Computer voller Viren sei!»

LUXEMBURG – Die Helpline Beesecure hat kürzlich vor betrügerischen Anrufen gewarnt. Leserin Jacqueline ist genau einem solchen Anrufer ins Netz gegangen.

Bei verdächtigen Anrufen sollten auf keinen Fall persönliche Daten verraten werden.

Bei verdächtigen Anrufen sollten auf keinen Fall persönliche Daten verraten werden.

Was Jacqueline* vergangenen Samstag passiert ist, beschämt sie. Erzählt hat sie es uns trotzdem. «Es war am Vormittag. Ich war in Eile und das Festnetztelefon klingelte zu Hause. In Zeiten von Mobiltelefonen ist das selten geworden, deshalb dachte ich, es sei ernst.» Am anderen Ende der Leitung: ein Mann. «Er sprach Englisch mit einem indischen Akzent», erzählt die 60-Jährige, die selbst in London gelebt hat. Inzwischen ist sie in einem Dorf im Herzen des Großherzogtums wohnhaft. «Er sagte, er würde aus New York anrufen und war sehr höflich und professionell.»

«Er nannte mir die Namen von Mac, Apple und Microsoft und sagte mir, dass mein Computer voller Viren sei. Dass er abstürzen würde. Es war ein bisschen dumm, aber ich dachte handeln zu müssen». Auf Anweisung des Anrufers startete sie ihren Mac und ging auf eine für sie bekannte Seite. «Ich habe das Schwimmbad ausgesucht.» Nach Aufrufen der Seite seien Blitze über Jacquelines Bildschirm geflimmert. Der Mann habe sie zur Installation einer Anwendung gedrängt. «Er behauptete, mit POST in Luxemburg zu arbeiten und hatte meinen WLAN-Passwort. Ich weiß nicht viel darüber. Ich bin in die Falle getappt. »

Danach sollte sie zahlen. «Er wollte, dass ich über Amazon gehe. Ich lehnte ab, ich zahlte auf andere Weise: 299 Dollar». Sie habe dem Anrufer gegenüber Zweifel geäußert, der aber habe auf alles eine Antwort gehabt. Auch eine «offizielle» Rechnung habe sie beruhigt. Für den Fall, dass ein Problem auftritt, habe sie sogar eine Mailadresse bekommen. Nach ein paar weiteren Anrufen wird ihr der Schwindel klar. «Ich rief meine Bank an, kontaktierte Beesecure, gab meinen Computer im Geschäft ab und änderte meine Passwörter.» Aber das W-Lan habe sie sich zunächst nicht wieder getraut einzuschalten. Ihre Bank hat ihr das Geld zurückerstattet und Jacqueline schwört, «dass sowas nicht wieder vorkommen wird».

*Name von der Redaktion geändert

(nm/L'essentiel)

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