Unwetter in Virginia, USA – Er starb im Schneesturm auf seinem Heimweg
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Unwetter in Virginia, USAEr starb im Schneesturm auf seinem Heimweg

Als die Schneesturm-Warnung im US-Staat Virginia kam, wollte Jacob Whaley nur eines: nach Hause zu seinem zweijährigen Sohn. Er schaffte es nicht.

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Jacob Whaley (34) und sein zweijähriger Sohn. Der Vater fuhr am 3. Januar 2022 mitten im Schneesturm im US-Staat Virginia von seinem Arbeitsplatz los, um rechtzeitig nach Hause zu seinem Haus zu kommen.

Jacob Whaley (34) und sein zweijähriger Sohn. Der Vater fuhr am 3. Januar 2022 mitten im Schneesturm im US-Staat Virginia von seinem Arbeitsplatz los, um rechtzeitig nach Hause zu seinem Haus zu kommen.

Instagram/redbeardwhaley
Zu diesem Zeitpunkt waren schon Autobahnen und Hauptstraßen verschneit. Whaley machte ein Foto seines SUV, dessen Tür und Scheiben verschneit waren, und postete es auf Insta.

Zu diesem Zeitpunkt waren schon Autobahnen und Hauptstraßen verschneit. Whaley machte ein Foto seines SUV, dessen Tür und Scheiben verschneit waren, und postete es auf Insta.

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Nach einer Panne stieg Whaley aus seinem Fahrzeug – und verlief sich in einem Waldstück. Am 6. Januar entdeckte die Polizei seine Leiche. Jetzt macht seine Familie der Behörde schwere Vorwürfe: Whaley hätte man finden können, wenn die Polizei schneller gehandelt hätte.

Nach einer Panne stieg Whaley aus seinem Fahrzeug – und verlief sich in einem Waldstück. Am 6. Januar entdeckte die Polizei seine Leiche. Jetzt macht seine Familie der Behörde schwere Vorwürfe: Whaley hätte man finden können, wenn die Polizei schneller gehandelt hätte.

Instagram/redbeardwhaley

Die Angehörigen von Jacob Whaley machen der Polizei von Louisa County im US-Staat Virginia schwere Vorwürfe: Hätten die Beamten schneller auf ihre Hilferufe reagiert, könnte der 34-Jährige heute noch am Leben sei. Jabcob Whaley erfror in einem Schneesturm an der US-Ostküste, als er versuchte, sein Zuhause in der Nähe von Lake Anna zu erreichen. Whaley wollte zu seinem zweijährigen Sohn.

Am 3. Januar war eine Sturmwarnung eingegangen. Der Automechaniker Whaley schloss darum seinen Laden etwas früher, stieg in sein rotes SUV, ein Dodge Durango. Die Türen und die Fensterscheiben waren mit Schnee bedeckt, er machte davon ein Foto und postete es auf Instagram. Als er losfahren wollte, bemerkte er noch, dass das Auto seines Bosses gar nicht mehr anspringen wollte. Whaley fuhr darum den Mann zuerst nach Hause, dann nahm er wieder die Hauptstraße Richtung Süden.

Jacobs Leiche lag knapp drei Kilometer von seinem Haus

Knapp sieben Kilometer von Zuhause entfernt verlor Whaley die Kontrolle über sein Fahrzeug. Das SUV stürzte eine Böschung hinunter, die Räder blieben im Schlamm stecken. Der 34-Jährige bemerkte zudem, dass sein Benzintank fast leer war. Bekleidet mit der schwarzen Arbeitshose und einem grauen Fleece-Pulli stieg er aus, er würde die Strecke zu Fuß gehen. Er war zuversichtlich, dass er das schafft. Seine dicke Winterjacke ließ er auf dem Beifahrersitz liegen. Ein fataler Fehler.

Die Wetterbedingungen verschlechterten sich rapide, es wurde dunkler und im Schneegestöber verlor Whaley seine Orientierung. Um 20.46 Uhr schrieb er seiner Mutter eine Nachricht: «Ich habe mich verlaufen.» Als sie ihren Sohn zurückrief, kam nur noch die Combox. Um 21.12 Uhr alarmierte die Frau die Polizei. In einer Stellungnahme gab die Behörde am Montag bekannt, dass Beamte 20 Minuten nach dem Notruf der Mutter ausgerückt seien, um nach Whaley zu suchen. Man habe Straßen und Nebenstraßen kontrolliert, in Krankenhäusern nachgefragt. Auch ein Waldgebiet sei durchsucht worden, so die Polizei.

Whaleys Familie äußerte laut «Washington Post» dennoch den Verdacht, Jacob hätte früher gefunden werden können, wenn die Sheriff-Büros der Region nicht so lange über die Zuständigkeit für die Suchaktion diskutiert hätten.

Jacob Whaleys Leiche wurde schließlich am 6. Januar in einem Waldgebiet rund 190 Meter von einer Hauptstraße entdeckt. Er befand sich knapp drei Kilometer von seinem Haus entfernt.

Menschen saßen über 24 Stunden in ihren Autos fest

Der 34-Jährige ist wohl das einzige Todesopfer des schweren Schneesturms in Virginia, das sogar den Auto- und Lastwagenverkehr auf einer Autobahn 24 Stunden lang lahmlegte. Zahlreiche Menschen waren an jenem Tag in ihren Fahrzeugen auf dem gefährlich vereisten Highway I-95 festgesessen.

Auch der US-Senator Tim Kaine, der aus seinem Heimatstaat Virginia zurück nach Washington D.C. fahren wollte, geriet in den Stau. «Ich habe meine normalerweise zweistündige Fahrt nach D.C. gestern um 13 Uhr begonnen. 19 Stunden später bin ich immer noch nicht im Kapitol», schrieb Kaine auf Twitter. Später teilte er mit: «Update: Ich war 27 Stunden lang unterwegs.»

Nordosten der USA wappnet sich für Extremkälte

Derzeit kämpft der Nordosten der USA gegen klirrende Kälte und extrem tiefe Temperaturen. In Boston haben am Dienstag einige Schulen wegen der Extremkälte dichtgemacht oder ihren Start verschoben.

Meteorologinnen und Meteorologen rechnen für Dienstag mit Höchsttemperaturen von rund minus elf Grad Celsius. Da es windet, kann es sich allerdings so anfühlen, als ob es minus 22 Grad kalt ist. Auch in anderen Teilen des Nordostens ist es extrem kalt. Im Westen des Staates Maine soll es durch Wind verursachte Temperaturen von bis zu minus 40 Grad geben.

(L'essentiel/Karin Leuthold)

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