Nach dem Putschversuch – Erdogan macht zahlreiche Medien dicht

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Nach dem PutschversuchErdogan macht zahlreiche Medien dicht

Nach dem Putschversuch holt die türkische Regierung zu einem Rundumschlag gegen vermeintlich staatschädigende Presseorgane aus: Mehr als 130 Medien werden geschlossen.

Zwölf Tage nach dem Putschversuch festigt Staatspräsident Erdogan seine autoritäre Machtstellung weiter: Nach Behördenangaben von Mittwoch Abend lässt Ankara per Regierungsdekret zahlreiche Medien schließen, darunter 16 Fernsehsender und 45 Zeitungen.

– CNN Türk ENG (@CNNTURK_ENG) 27. Juli 2016

Nach dem gescheiterten Militärputsch hatte die Regierung bereits zahlreiche kritische Journalisten ins Visier genommen. Am Mittwoch erließ die Justiz Haftbefehle gegen 47 frühere Mitarbeiter der Zeitung «Zaman». «Zaman» war bis zur staatlichen Übernahme das Flaggschiff der Bewegung von Prediger Fethullah Gülen, den die türkische Regierung für den Putschversuch verantwortlich macht.

Wegen ihrer mutmaßlichen Verwicklung in den Putschversuch wurden zudem 149 Generäle und Admiräle aus der Armee entlassen, wie ein türkischer Behördenvertreter am Mittwochabend mitteilte. Demnach gehörten 87 der Geschassten dem Heer, 30 der Luftwaffe und 32 der Marine an.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich besorgt über die Verhaftungswelle in der Türkei. In einem Telefonat mit dem türkischen Außenminister Mevlut Cavusoglu sagte Ban laut einem Sprecher am Mittwoch, es müssten schnell «glaubhafte Beweise» vorgelegt werden, damit der Status der Festgenommenen jeweils vor Gericht geklärt werden könne.

In dem Gespräch bezog sich Ban demnach auch auf «Besorgnis erregende Berichte über Misshandlungen» einiger Festgenommener.

Während Staatspräsident Erdogan und seine Anhängerschaft den niedergeschlagenen Staatsreich als «Sieg der Demokratie» feiern, werfen ihm Kritiker eine zunehmend diktatorische Regierungsweise vor.

(L'essentiel/jros)

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