Long-Covid-Symptom – Erektionsstörungen häufen sich seit der Pandemie
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Long-Covid-SymptomErektionsstörungen häufen sich seit der Pandemie

Kopfschmerzen, Muskelschwäche, Müdigkeit, Atemnot und Depressionen sind die häufigsten Long Covid-Symptome. Männern drohen noch weitere.

Rund ein Viertel der Corona-Infizierten haben auch nach einem halben Jahr Langzeitfolgen. Bei den Hospitalisierten ist es nach zwölf Monaten noch jeder Zweite. Besonders verbreitet sind Atemnot, ein Druckgefühl auf dem Brustkorb und das Fatigue-Syndrom. Doch auch Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen, Muskelschwäche und Depressionen werden häufig genannt. Frauen sind häufiger von Long Covid betroffen – laut einer Studie der Infektiologie der Uniklinik Köln litten sie doppelt so häufig an den Nachwirkungen ihrer Sars-CoV-2-Infektion.

Probleme, die die sexuelle Gesundheit betreffen

Doch auch Männer kann Long Covid hart treffen: Ihre sexuelle Gesundheit und Lust sind in Gefahr, wie verschiedene Studien zeigen. So haben von Covid-19 genesene Männer laut einer im Fachjournal «Andrology» veröffentlichten Untersuchung ein sechsfach erhöhtes Risiko für Erektionsstörungen. Die Patient-Led Research Collaborative, eine Gruppe von Forschenden, die selbst Long Covid haben, erfuhr in einer Online-Befragung von 6500 Personen von 293 Symptomen. Darunter auch solche, die die sexuelle Gesundheit betreffen: 18 Prozent der Männer berichteten über sexuelle Funktionsstörungen, 13 Prozent hatten Schmerzen in den Hoden, 8 Prozent stellten andere Probleme mit den Geschlechtsorganen fest, und bei rund 4 Prozent schrumpften Penis oder Hoden.

Forschende der University of Miami berichten im «The World Journal of Men’s Health», dass sie auch nach sechs bis acht Monaten nach der eigentlichen Erkrankung Sars-CoV-2-Partikel in Penis und Hoden nachweisen konnten. Weiter fanden sie Hinweise auf eine «endotheliale Dysfunktion».

Andere Studien haben eine ganze Reihe von Gesundheitsproblemen nach der Infektion dokumentiert, die sich entweder unabhängig voneinander oder gemeinsam auf den Geschlechtsverkehr auswirken: die Unfähigkeit, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten, Schädigung der Hoden, Hodenschmerzen oder -schwellungen, Unfähigkeit, einen Orgasmus zu erreichen, niedriger Testosteronspiegel und psychische Probleme.

(L'essentiel/Fee Anabelle Riebeling)

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