Schlechtes Gewissen – Erfolgreichste App aus Apple-Store entfernt

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Schlechtes GewissenErfolgreichste App aus Apple-Store entfernt

Mit der Aktualisierung auf iOS 9 kann Werbung auf dem Handy unterbunden werden. Jetzt hat ein Entwickler seinen Adblocker zurückgezogen.

Nach der Veröffentlichung des mobilen Apple-Betriebssystems iOS 9 ist eine Kontroverse um sogenannte Adblocker entbrannt. Denn neu können Werbeblocker im Safari-Browser installiert werden. Mit diesen Programmen wird Anzeigen auf Websites der Riegel geschoben. Die Möglichkeit, Adblocker zu installieren, gibt es für Desktop-Computer schon länger. iOS 9 läuft bereits auf der Hälfte aller Geräte, meldet Apple.

Entsprechende Apps dominieren den Downloadstore, wie Nakedsecurity.com schreibt. Als Reaktion auf diese Entwicklung haben erste Unternehmen wie etwa RTL oder das Newsportal Cnet.com angefangen, Usern von Werbeblockern keine Videos mehr zu zeigen.

«Es fühlt sich nicht gut an»

Der beliebteste Werbeblocker für iPhones war Peace, ein Programm, mit dessen Hilfe Nutzer online surfen können, ohne dass dabei Werbung eingeblendet wird. Entwickelt hat das Programm Marco Arment. Er ist Mitgründer der Blogging-Plattform Tumblr.

Nach nur zwei Tagen an der Spitze, hat Arment die 2,99 Dollar teure App wieder aus dem Store gelöscht. In einem Blogeintrag begründete er den Schritt: «Mit Peace einen so großen Erfolg zu haben, fühlt sich nicht gut an. Ich habe das nicht vorausgesehen, hätte es aber sollen. Adblocker haben einen großen Haken: Sie kommen zwar vielen Menschen in hohem Maße zugute, richten aber bei einigen Schaden an, die diesen nicht verdienen.»

Geld zurück für Käufer

Wer den Werbeblocker Peace bereits installiert hat, kann die App weiterhin nutzen. Allerdings wird es keine Updates mehr für das Programm geben. Wer Peace deshalb nicht mehr nutzen möchte, kann vom Entwickler das für die Anwendung bezahlte Geld zurückfordern.

In den Weiten des Internets gibt es viele aufwendig erstellte Websites, die nur dank Onlinewerbung existieren können. Nur durch die Schaltung von Werbung und die daraus resultierenden Einnahmen ist es möglich, dass zigtausende Leser täglich kostenlos, kompetent und schnell mit News versorgt werden.

Geld und Macht im Silicon Valley

Entwickler Arment findet, dass sich das Blockieren von Werbung zu einem regelrechten Krieg entwickelt hat. Für Nilay Patel, Chefredakteur der Tech-Plattform Theverge.com, sind die mobilen iOS-Adblocker ein klarer Angriff auf Google.

Es gehe dabei nur um Geld und Macht im Silicon Valley, schreibt Patel. «iOS 9 enthält eine ausgeklügelte Suche, die automatisch Inhalte vorschlägt und innerhalb von Apps suchen kann, Google Inhalte entzieht und dem Web Nutzer. Es erlaubt Anwendern, Inserate zu blockieren, und es bietet Publishern die Rettung in Form von Apple News an, innerhalb derer Apple fröhlich (unblockierbare!) Werbung ausliefert. Es verkauft sie sogar gerne für die Publisher für einen Anteil von nur 30 Prozent.»

Leidtragende dieses Krieges sind für Patel das Web und vor allem kleinere Publisher.(L'essentiel/pst)

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