Vorsicht, Zecke! – Erste Borreliose-Fälle in Luxemburg

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Vorsicht, Zecke!Erste Borreliose-Fälle in Luxemburg

LUXEMBURG – Zecken lassen in diesen Tagen Hunde- und Katzenbesitzer aufschrecken. Wie man sich am besten vor den Blutsaugern schützt, erklärt das Gesundheitsministerium.

 Kleine Blutsauger machen Luxemburg unsicher. Die Kampagne des Gesundheitsministeriums mit dem Titel «Vorsicht, Zecken!» erklärt, was man beachten sollte.

Kleine Blutsauger machen Luxemburg unsicher. Die Kampagne des Gesundheitsministeriums mit dem Titel «Vorsicht, Zecken!» erklärt, was man beachten sollte.

DPA

Mit dem Frühlingswetter beginnt auch wieder die Zecken-Saison. Sobald das Thermometer über acht Grad klettert, werden die Zecken aktiv. Auch in Luxemburg sind Zecken zurzeit «hochaktuell», wie es auf Nachfrage von L'essentiel beim Gesundheitsministerium heißt. So seien die Blutsauger im Großherzogtum flächendeckend und überall dort verbreitet, wo eine «gewisse Feuchtigkeit» herrscht, «sodass sie überleben können». «Man findet sie in feuchten Gebieten mit niedriger Bepflanzung, vor allem in Gräsern und Sträuchern», erklärt Pierre Weicherding, Chefarzt der «Insection sanitaire».

«Vor allem Hunde- und Katzenbesitzer haben in den letzten Tagen vermehrt Zecken bei ihren Vierbeinern entdeckt.» Ein Grund dafür seien die höheren Temperaturen. «Haustiere, die sich viel im Freien bewegen, sind in Luxemburg aktuell massiv mit Zecken befallen.» Genaue Zahlen gebe es nicht, allerdings erhalte der Arzt zurzeit «sehr viele Anrufe von besorgten Luxemburgern». «Ich höre dann immer wieder, dass es in Apotheken mittlerweile zu Engpässen bei zeckenabwehrenden Mitteln für Haustiere gekommen ist.»

Weicherding rät Menschen, die sich viel im Freien bewegt haben und mit Haustieren in Berührung gekommen sind, ihren Körper nach Zecken abzusuchen.

16 Prozent der Zecken in Luxemburg sind gefährlich

Ein Zeckenbiss kann Borreliose, eine bakterielle Krankheit, verursachen. Zwischen zwei und 30 Tagen nach dem Biss einer infizierten Zecke erscheint eine Rötung um die Bissstelle. Borreliose könne je nach Stadium verschiedene Arten von Nervenentzündungen hervorrufen. Rund 16 Prozent der in Luxemburg untersuchten Zecken trügen jedoch den Erreger in sich. Jährlich werden rund 100 Verdachtsfälle auf Borreliose in Luxemburg gemeldet. «In diesem Jahr sind bereits drei Fälle gemeldet worden», so Weicherding. Die Krankheit könne durch Antibiotika geheilt werden. Die Ausbreitung der Krankheit im Körper geschehe erst mehr als acht Stunden nach dem Biss. Die Zecke solle deshalb schnellstens, am besten innerhalb dieser ersten acht Stunden, entfernt werden.

Außer dem schnellen Entfernen solle die Bissstelle desinfiziert werden. Dr. Pierre Weicherding rät, die Bissstelle mit einem wasserfesten Stift zu markieren und über mehrere Tage zu beobachten. Eine kleine lokale Rötung, die kurz nach dem Biss an der Stelle auftritt, sei normal. «Sollte sich diese Rötung vergrößern und ringförmig ausbreiten, ist sofort ein Arzt aufzusuchen», heißt es aus dem Gesundheitsamt. Dies gelte auch, wenn Fieber und Schüttelfrost nach dem Biss auftreten.

Neben Borreliose wird auch die sogenannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) von Zecken übertragen, die im schlimmsten Fall eine Hirnhautentzündung hervorrufen kann. Bis jetzt wurde jedoch kein solcher Fall in Luxemburg gemeldet.

Auf der Seite des luxemburgischen Gesundheitsministerium gibt ein Flyer Tipps, wie man sich vor Zecken schützen kann.

(Franziska Jäger/L'essentiel)

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