Schulung in Luxemburg: Erste Hilfe kennt jeder – doch wie geht das bei psychischen Problemen?

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Schulung in LuxemburgErste Hilfe kennt jeder – doch wie geht das bei psychischen Problemen?

LUXEMBURG – Die ASBL «Ligue luxembourgeoise d'hygiène mentale» bietet Schulungen an, die es leichter machen sollen, Menschen mit psychischen Problemen richtig zu unterstützen.

von
Olivier Loyens
«Im Verlauf eines Jahres leiden 14 Prozent der Befragten in der EU unter Angststörungen», erklärt Fränz D'Onghia.

«Im Verlauf eines Jahres leiden 14 Prozent der Befragten in der EU unter Angststörungen», erklärt Fränz D'Onghia.

L'essentiel

Seit 2020 haben Angestellte in Luxemburg die Möglichkeit, eine Schulung in Erster Hilfe für mentale Gesundheit zu absolvieren. Fränz D'Onghia, der Leiter des Informations- und Präventionszentrums, das zur luxemburgischen Vereinigung für mentale Gesundheit («Ligue luxembourgeoise d'hygiène mentale a.s.b.l») gehört, hat hierzu am Mittwoch eine Konferenz gegeben. Die fand im Rahmen des Forums zu Arbeitssicherheit und -gesundheit in der Luxexpo The Box statt.

Ziel der Schulung ist, der Bevölkerung zu vermitteln, wie man bei psychischen Problemen helfen kann. Vorbild sind die klassischen Erste-Hilfe-Schulungen für körperliche Notfälle. «Im Verlauf eines Jahres leiden in der EU 14 Prozent der befragten Bevölkerung an Angststörungen», erklärt Fränz D'Onghia. «Die Teilnehmer der Schulung lernen, wie man frühe Anzeichen psychischer Probleme erkennt, und wie man eine betroffene Person ohne Vorurteile anspricht». Außerdem, wie man Erste Hilfe leistet, wenn jemand mit psychischen Problemen zu kämpfen hat oder sich in einer Krise befindet, und wie man Betroffene am besten an professionelle Hilfe verweist: «Beispielsweise an einen Psychologen oder Psychiater», so D'Onghia.

Schulungen von der Einzelperson bis zur Firma

Die Anfänge zu derartigen Schulungen liegen Anfang der 2000er-Jahre in Australien. In Luxemburg gibt es zum heutigen Stand 48 anerkannte Ausbilder und 2600 geschulte Ersthelfer. «Als Einzelteilnehmer kann man sich für eine Schulung anmelden, die 26 Euro kostet», erklärt Fränz D'Onghia. «Außerdem kann die Schulung als Firmenveranstaltung für maximal 20 Teilnehmer angeboten werden, das kostet 2600 Euro».

Unter dem Titel «Youth» gibt es zudem ein Angebot für Lehrkräfte. Am «Lycée des Arts et Métiers» hat der gemeinnützige Verein das Pilotprojekt «Teen» am laufen, bei dem Jugendliche geschult werden. «Unser Ziel ist, bis 2030 drei Prozent der Bevölkerung des Großherzogtums in die Lage zu versetzen, Erste Hilfe in mentaler Gesundheit zu leisten», so Fränz D'Onghi.

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