Rasante Verbreitung: Vier Fälle von Affenpocken in Deutschland erfasst

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Rasante VerbreitungVier Fälle von Affenpocken in Deutschland erfasst

Die Affenpocken umkreisen inzwischen Luxemburg. Nach Belgien und Frankreich ist nun auch in Deutschland ein erster Fall gemeldet worden.

HANDOUT - 29.06.2001, Berlin: Diese vom Robert Koch-Institut (RKI) zur Verfügung gestellte elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt das Affenpockenvirus. Erstmals ist auch in Deutschland ein Fall von Affenpocken nachgewiesen worden. (zu dpa «Erstmals Affenpocken-Infektion in Deutschland nachgewiesen») Foto: Andrea Männel/RKI/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
Affenpocken

Erstmals ist auch in Deutschland ein Fall von Affenpocken nachgewiesen worden.

Andrea Männel/RKI/dpa

Weltweit werden immer mehr Fälle von Affenpocken bekannt. Am Donnerstag ist der erste Fall in Belgien bekannt geworden, Freitag kommen Frankreich und Deutschland hinzu. Wie das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr am Freitag in München mitteilte, wurde das Virus am Donnerstag bei einem Patienten zweifelsfrei nachgewiesen. Der Patient habe die charakteristischen Hautveränderungen gezeigt.

Wegen mehrerer Fälle von Affenpocken in anderen europäischen Ländern hatte das Robert Koch-Institut (RKI) erst am Donnerstag zu Wachsamkeit aufgerufen. Besonders Reiserückkehrer aus Westafrika sowie Männer, die Sex mit Männern haben, sollen demnach bei ungewöhnlichen Hautveränderungen unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

Seit Anfang Mai wurden in mehreren europäischen und nordamerikanischen Ländern Dutzende Verdachtsfälle und bestätigte Infektionen mit Affenpocken gemeldet. Nach ersten Fällen in Großbritannien meldeten auch Spanien, Portugal, Italien, Schweden und Frankreich sowie die USA und Kanada bestätigte Fälle und Verdachtsfälle.  Zu den Symptomen der Affenpocken beim Menschen gehören Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und ein Ausschlag, der oft im Gesicht beginnt und dann auf andere Körperteile übergreift. Die meisten Menschen erholen sich innerhalb mehrerer Wochen von der Krankheit, ein tödlicher Verlauf ist selten. 

Übertragung folgt normalerweise durch engen Kontakt mit Nagetieren

Üblicherweise wird die vor allem in Zentral- und Westafrika verbreitete Krankheit durch engen Kontakt mit infizierten Nagetieren übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten und nur bei engem Kontakt möglich, kann aber durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder Schorf der Infizierten auftreten, vermutlich auch bei sexuellen Handlungen.

In Nigeria werden seit 2017 vermehrt Infektionen mit Affenpocken bei Menschen diagnostiziert. Laut RKI sind Affen in den afrikanischen Endemiegebieten jedoch nicht die Reservoirtiere.

WHO erinnert an die Hygieneregeln

Die Weltgesundheitsorganisation WHO rief zu einer rigorosen Verfolgung aller Kontakte von Betroffenen auf. Kliniken und Bevölkerung müssten dafür sensibilisiert werden, einen ungewöhnlichen Hautausschlag von Fachpersonal begutachten zu lassen. Erhärte sich der Verdacht auf Affenpocken, sollten Patienten isoliert werden.

Die WHO betont, dass die in der Corona-Pandemie für viele Menschen zur Selbstverständlichkeit gewordene Handhygiene gegen das Risiko einer Übertragung helfe. Dazu gehören gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife sowie Desinfektionsmittel. 

(L'essentiel/dpa)

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