Wiederaufbau – Erster Schultag für Fukushima-Kinder

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WiederaufbauErster Schultag für Fukushima-Kinder

In der japanischen Katastrophenregion können Kinder endlich wieder zur Schule gehen. Die Regierung plant derweil einen milliardenschweren Nachtragsetat.

In der Stadt Fukushima in der gleichnamigen Provinz, wo auch das havarierte Kernkraftwerk steht, wurden am Mittwoch mehrere Kinder aus der Evakuierungszone in für sie neue Grundschulen eingeschult.

Die Kinder, die meisten im Primarschulalter, lebten ursprünglich innerhalb der jetzigen 20-Kilometer-Sperrzone nahe der Atomruine Fukushima I. Seit Beginn der Katastrophe hausen sie in Flüchtlingslagern. Wegen der plötzlich gestiegenen Zahl an Kindern an den erhalten gebliebenen Schulen wurden nun mehr Lehrer eingestellt.

Tokio plant Sonderhaushalt für Wiederaufbau

Die japanische Regierung plant zum Wiederaufbau der Katastrophenregion einen ersten Nachtragsetat in Höhe von mehr als drei Billionen Yen (24 Milliarden Euro). Zur Finanzierung sollen zunächst keine neuen Schulden gemacht werden.

Die Regierung plant vielmehr, bereits geplante Ausgaben zu kürzen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch meldete. Unter anderem wird darüber nachgedacht, eine Aufstockung des Kindergelds und die Einführung weiterer gebührenfreier Autobahnen auszusetzen.

Mit dem Sonderetat sollen die Aufräumarbeiten, der Bau von provisorischen Häusern und der Wiederaufbau der Infrastruktur unterstützt werden. Später soll es weitere Nachtragsetats geben, womit sich die Gesamtausgaben auf zehn Billionen Yen belaufen könnten. Ein weiterer Nachtragshaushalt ist für Juni geplant.

Der hoch verschuldete Staat werde wohl nicht darum herumkommen, weitere Staatsanleihen aufzulegen, um die Kosten für den Wiederaufbau zu decken, hieß es. Die drittgrösste Wirtschaftsnation der Welt hat mit rund 200 Prozent des Bruttoinlandprodukts die höchste Verschuldung unter allen großen Industrieländern.

(L'essentiel online/20Minuten)

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