Neue Initiative – Erzbischof Hollerich nimmt Flüchtlinge auf
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Neue InitiativeErzbischof Hollerich nimmt Flüchtlinge auf

LUXEMBURG - Die katholische Kirche setzt in der Debatte um die Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer ein Zeichen und nimmt zwei Flüchtlinge in der «Maison épiscopale» auf.

Erzbischof Jean-Claude Hollerich setzt ein Zeichen der Menschlichkeit.

Erzbischof Jean-Claude Hollerich setzt ein Zeichen der Menschlichkeit.

Pierre Matge

Luxemburgs katholischer Erzbischof Jean-Claude Hollerich will mit gutem Beispiel vorangehen: Wie das Erzbistum in einer Medienmitteilung erklärt, habe der Geistliche am Montagvormittag zwei Asylbewerber in seinen Amtssitz empfangen. Die beiden Eritreer werden für die Dauer ihres Asylverfahrens in den Räumlichkeiten des «Maison épiscopale» untergebracht sein.

Die Initiative ist Teil des neuen Projekts des Erzbistums «Reach a hand». Details dazu will die Kirche zur Rentrée im Frühherbst bekanntgeben. Dabei soll es ebenfalls um eine adäquate Unterbringung von Flüchtlingen im Großherzogtum gehen. Einen ähnlichen Schritt hatte vor kurzem der Landesbischof von Hannover, Ralf Meister, gemachtt. Meister ließ eine Zwei-Zimmer-Unterkunft von seiner Amtswohnung abtrennen, um sie Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen.

Neue Maßnahmen beschlossen

Die EU-Kommission will zur Entlastung von Italien und Griechenland innerhalb von zwei Jahren insgesamt 40.000 Flüchtlinge auf andere EU-Staaten verteilen. Nach dem neuen Berechnungsschlüssel kämen auf Luxemburg in den nächsten zwei Jahren 515 Schutzsuchende zu. Das Thema wird am Donnerstag und Freitag im Europäischen Rat besprochen. Bis zu einer Einigung unter den EU-Staats- und Regierungschefs ist es aber noch ein weiter Weg. Im Vorjahr wurden im Großherzogtum 135 Asylanträge bewilligt, darunter waren 40 Syrer, 15 Eritreer und zehn Iraker.

Am Montag gaben die Außenminister der EU-Mitgliedstaaten bei einem Treffen in Luxemburg einstimmig grünes Licht für Phase eins der Militäroperation EUNAVFOR Med. Sie sieht vor, möglichst genaue Informationen über die Aktivitäten von Menschenschmugglern im wichtigsten Transitland Libyen zu sammeln. Danach ist in den Phasen zwei und drei des Einsatzes geplant, Schleuser-Schiffe zu beschlagnahmen und zu zerstören.

(jt/L'essentiel)

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