Luxemburg: Es gibt weniger Diebstähle mit Gewalteinwirkung, dafür aber mehr Opfer

Publiziert

LuxemburgEs gibt weniger Diebstähle mit Gewalteinwirkung, dafür aber mehr Opfer

LUXEMBURG – Die Zahl der Opfer von Diebstählen mit Gewalteinwirkung hat sich im Vergleich zu 2013 fast halbiert. Die der Diebstähle ohne Gewalteinwirkung ist jedoch gestiegen.

von
Marion Chevrier
Fast 17 Prozent der Einwohner des Großherzogtums wurden Opfer eines Diebstahls ohne Gewalteinwirkung.

Fast 17 Prozent der Einwohner des Großherzogtums wurden Opfer eines Diebstahls ohne Gewalteinwirkung.

DR

In den letzten fünf Jahren sind im Großherzogtum 11.902 Menschen Opfer von Diebstahl mit Gewalteinwirkung geworden. Das entspricht 2,3 Prozent der Bevölkerung. Das bedeutet einen Rückgang um fast die Hälfte seit der letzten, öffentlichen Erhebung im Jahr 2013 (vier Prozent), wie das Statec-Institut in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie zu Eigentumsdelikten schreibt. Dem gegenüber ist die Zahl der Opfer von Diebstählen ohne Gewalteinwirkung von 12,8 Prozent auf 16,8 Prozent gestiegen. Von dieser Art Eigentumsdelikt sind Jugendliche zwischen 16 und 24 Jahren am stärksten betroffen. Fast ein Viertel von ihnen war betroffen. Demgegenüber waren es bei den über 65-Jährigen weniger als 15 Prozent.

Die Zahl der Fälle von Verbraucherbetrug – die sich auf Situationen bezieht, wo die betreffende Person während des Kaufs oder der Bezahlung einer Dienstleistung oder einer Ware Opfer eines Verbrechens wird – blieb mit 17,9 stabil. Vorher hatte sie bei 17,6 Prozent gelegen.

Fast 18 Prozent der Einwohner wurden Opfer eines Bankkarten-Betrugs

Laut Statec haben 17,7 Prozent der Einwohner direkt oder indirekt (ein Mitglied ihres Haushaltes) einen Bankkartenbetrug erlebt. Diese Straftat ist die am weitesten verbreitete im Bereich der Sachdelikte. Darauf folgen Einbrüche und versuchte Einbrüche. Fast 13 Prozent der Einwohner waren 2020 davon betroffen. 2013 hatte die Zahl bei etwa 19 Prozent gelegen. Das Statec weist jedoch darauf hin, dass man die Zahlen von 2020 aufgrund der Corona-bedingen Einschränkungen differenziert betrachten müsse. Während des Lockdowns und der Telearbeit seine die Einbrecher zweifelsfrei abgeschreckt gewesen.

Die am stärksten betroffenen Regionen sind diejenigen mit der höchsten Einwohnerdichte. Mehr als 15 Prozent der Einwohner, die im Kanton Luxemburg (812 Einwohner pro Quadratkilometer) leben, wurden Opfer von Einbrüchen. Dem gegenüber stehen weniger als fünf Prozent in den Kantonen Mersch und Clerf, wo jeweils weit weniger als 100 Einwohner pro Quadratkilometer leben.

Die Reichen sind nicht stärker betroffen

Zu erwähnen ist, dass die Autodiebstähle wenig verbreitet sind. Nur zwei Prozent der Haushalte gaben an, innerhalb der letzten fünf Jahre betroffen gewesen zu sein. Das bedeutet eine deutliche Abnahme gegenüber 2013, wo die Zahl bei 7,3 Prozent lag. Das macht sich in den Statistiken der Polizei bemerkbar: 2020 wurden 230 Autodiebstähle gemeldet, 2013 waren es 367 gewesen. Dem gegenüber hat sich die Zahl der Diebstähle im oder am Auto leicht erhöht. 10,4 Prozent der Haushalte erlebte die unangenehme Überraschung, dass etwa ein Rückspiel oder Gegenstände aus dem Innenraum gestohlen worden waren. 2013 hatte die Zahl bei 9,8 Prozent gelegen.

Wer am stärksten von Diebstählen oder Verbraucherbetrug betroffen ist? Laut Statec ist das Geschlecht hierbei nicht sehr relevant, ebenso wenig das Einkommen. «Reichere Haushalte sind nicht stärker von Eigentumsdelikten betroffen als ärmere». Es gibt jedoch eine Ausnahme: Kartenbetrug und Betrug bei Online-Bankgeschäften. Diese betreffen fast jeden fünften Haushalt, der über 4200 Euro pro Monat verdient. Dagegen sind von den Haushalten, die weniger als 2400 Euro pro Monat verdienen, weniger als 15 Prozent betroffen.

Deine Meinung

0 Kommentare