Formel-1-Kritik an Ungarn – «Es ist beschämend für das Land»
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Formel-1-Kritik an Ungarn«Es ist beschämend für das Land»

Das Renngeschehen vor dem Ungarn-GP rückt in den Hintergrund. Grund dafür sind Kritiken von verschiedenen Fahrern. Darunter Lewis Hamilton und Sebastian Vettel.

Sebastian Vettel und Lewis Hamilton haben vor dem Formel-1-Rennen in Budapest zu dem geplanten Referendum gegen Rechte nicht-heterosexueller Menschen (LGBT) in Ungarn deutlich Stellung bezogen. «Es ist beschämend für das Land», sagte Vettel am Donnerstag bei einer Pressekonferenz auf dem Kurs nordwestlich der ungarischen Hauptstadt. Er könne nicht verstehen, warum die Regierung so damit kämpfe, dass die Menschen einfach frei leben könnten, wie sie wollten, betonte der 34-jährige Formel-1-Pilot.

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hatte kürzlich ein Referendum über ein umstrittenes Gesetz angekündigt, das sich gegen nicht-heterosexuelle Menschen richtet. Das Gesetz verbietet unter anderem Werbung, in der Homosexuelle oder Transsexuelle als Teil einer Normalität erscheinen. Die EU-Kommission sieht es als diskriminierend an und hat Schritte gegen Ungarn eingeleitet.

«Es ist inakzeptabel und feige»

Hamilton sicherte via Instagram denen seine Unterstützung zu, die von dem Gesetz betroffen seien. «Es ist inakzeptabel, feige und irreführend von den Machthabern, ein solches Gesetz vorzuschlagen», schrieb der 36-Jährige, der sich seit längerem für Menschenrechte starkmacht und seine exponierte Rolle nutzt, um Missstände anzuprangern. «Jeder hat die Freiheit verdient, so zu sein, wie er möchte. Egal, was man liebt oder wie man sich fühlt.» Hamilton forderte die Menschen in Ungarn auf, «beim bevorstehenden Referendum für den Schutz der Rechte der LGBTQ+Community zu stimmen. Sie brauchen unsere Unterstützung mehr denn je.»

Verstappen fährt der Konkurrenz davon

Aber nun zum sportlichen Teil. Denn schlussendlich geht es um die Führung im Gesamtklassement. Hamilton liegt dort nur ganz knapp hinter Verstappen. Der Niederländer führt das Klassement mit 185 Punkten an, dicht gefolgt vom Briten, der vor dem Ungarn-GP bei 177 Punkten steht. Max Verstappen hat beim Trainingsauftakt zum Großen Preis von Ungarn die schnellste Runde gedreht. Der 23 Jahre alte Niederländer zeigte sich am Freitag bestens erholt von seinem Rennunfall zuletzt in Silverstone und verwies Valtteri Bottas um 61 Tausendstelsekunden auf den zweiten Platz. Dritter wurde dessen Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton im Mercedes. Dem siebenmaligen Weltmeister fehlten 0,167 Sekunden auf Red-Bull-Pilot Verstappen. Die beiden Piloten aus dem Schweizer Rennstall Alfa-Sauber konnten nicht überzeugen. Antonio Giovinazzi wurde letzter. Robert Kubica, der Kimi Räikkönen ersetzt, fuhr auf den 18. Platz.

Im Hinblick auf das Rennen vom Sonntag stellt sich eine zentrale Frage. Wie gehen die beiden Titelkandidaten auf der Strecke miteinander um? Beim letzten Rennen, dem GP von Großbritannien, gab es einen Zwischenfall. Verstappen war bei dem Rennen nach einer Berührung durch Hamiltons Formel-1-Mercedes von der Strecke in Silverstone abgekommen und mit enormer Wucht in die Streckenbegrenzung gekracht. Während Verstappen untersucht und ins Krankenhaus gebracht wurde, hatten Hamilton und die Silberpfeile den Heimerfolg des siebenmaligen Weltmeisters euphorisch bejubelt. «So feiert man so einen Sieg nicht», meinte der Niederländer.

Das Rennen in Ungarn an diesem Sonntag ist das letzte vor der Sommerpause, Ende August geht es in Belgien, genauer gesagt in Spa-Francorchamps, weiter.

(L'essentiel/dpa)

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