Treffen zwischen Kim und Trump – «Es ist ein unglaublicher Coup für Kim»

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Treffen zwischen Kim und Trump«Es ist ein unglaublicher Coup für Kim»

Die Nachricht, dass Donald Trump und Kim Jong-un ein Treffen planen, überrascht. Die ersten Reaktionen.

US-Präsident Donald Trump hat eine Einladung von Kim Jong-un akzeptiert. Es ist das erste Gipfeltreffen der beiden Staaten. Südkoreas Staatschef Moon Jae-in spricht von einem «historischen Meilenstein».

Doch nicht alle sind begeistert. «Ich bin schockiert, dass Trump zugestimmt hat», sagt Jenny Town vom US-Korea Institut an der John Hopkins Universität im Guardian. Der Präsident müsse sich auf viel Kritik gefasst machen.

«Es ist ein unglaublicher Coup für Kim», findet Jeffrey Lewis vom Middlebury Institute of International Studies. «Es ist wie das Ende eines Films. Nordkorea entwickelt Nuklearwaffen und Raketen, und zwingt den US-Präsidenten, nach Pyongyang zu kommen.» Kim lade Trump nicht ein, um ihm Nordkoreas Waffen zu übergeben, schrieb er auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter. «Kim lädt Trump ein, um zu zeigen, dass seine Investition in Atom- und Raketenkapazitäten die USA gezwungen haben, ihn als ebenbürtig zu behandeln.»

Auch Twitter-Nutzer äußerten sich kritisch:

Für Komiker bietet das bevorstehende Treffen eine Steilvorlage. Für Stephen Colbert von der «Late Show» kann das Treffen nur eines bedeuten: «Dennis Rodman wird den Friedensnobelpreis erhalten.»

Der Angesprochene meldet sich gleich selbst zu Wort. «Gut gemacht, Präsident Trump. Sie sind auf dem Weg zu einem historischen Treffen, das kein US-Präsident zuvor erlebt hat», so Ex-Basketballer Dennis Rodman.

Dieser Twitter-Nutzer fragt sich, ob das wohl gut kommt.

Was wohl sonst noch aufgetischt wird?

Ob das Treffen die beiden Präsidenten verändern wird?

Von politischer Seite gibt es Lob aus Peking und Moskau für das Treffen. China begrüsste die vereinbarte Begegnung von Trump und Kim als «positives Signal». Alle Beteiligten müssten jetzt «politischen Mut» beweisen und die «richtigen politischen Entscheidungen» treffen, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums in Peking. Russlands Außenminister Sergej Lawrow sprach von einem «Schritt in die richtige Richtung».

Kritische Experten

Experten äußerten sich dagegen äußerst skeptisch. Die vereinbarte Begegnung gebe Kim «einen gleichwertigen Status» wie Trump, sagte Evan Medeiros vom Forschungsinstitut Eurasia Group. «Es bestärkt seine Bemühungen, Nordkorea als de-facto-Atommacht anerkennen zu lassen.»

Ein Treffen werde nicht zu einer Aufgabe des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms führen, sagte der einstige Asien-Berater des früheren US-Präsidenten Barack Obama. «Es wird die Statur und Legitimität von Kims Regime vergrößern, ihm mehr Zeit geben, sein Atomwaffenarsenal zu entwickeln, und ihm ermöglichen, effektiver eine Erleichterung von Sanktionen zu suchen.»

(L'essentiel/woz)

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