Spende für Tennisspieler – «Es kämpft keiner ums Überleben»

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Spende für Tennisspieler«Es kämpft keiner ums Überleben»

Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic wollen in der Corona-Krise tiefer klassierten Spielern finanziell helfen. Dominic Thiem sieht keinen Grund dafür.

Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic wollen einen Hilfsfond einrichten, um weniger gut klassierte Spieler zu unterstützen. Jedem Spieler auf den Rängen 250 bis 700 sollen 10.000 Dollar zukommen. Doch diese Idee gefällt nicht allen. Dominic Thiem, dem aktuellen Dritten der Weltrangliste, beispielsweise. In einem Interview mit Krone.at äußerte er Kritik.

Er kenne die Future Tour sehr gut, sagte der Österreicher. «Und da gibt es sehr viele Spieler, die dem Tennis nicht alles unterordnen.» Viele würden den Sport nicht so professionell betreiben, wie sie sollten. «Wieso soll ich so einem Spieler mein Geld schenken?», fragte Thiem, der in seiner Karriere mehr als 23 Millionen Euro an Preisgeldern eingenommen hatte: In diesem Jahr bereits 1,7 Millionen.

Das Geld Menschen zukommen lassen, die es brauchen

Keiner der Top-Spieler habe etwas geschenkt bekommen. «Wir haben uns alle hochkämpfen müssen», sagte er. Zudem habe man in keinem Beruf die Garantie, dass man gut darin werde und richtig viel Geld verdiene.

Außerdem sieht er keine Notwendigkeit, Spieler zu unterstützen. «Kein Tennisspieler, auch jene nicht, die ganz weit unten stehen, müssen ums Überleben kämpfen», begründete Thiem. Es werden keine verhungern. Er wolle das Geld lieber Leuten und Organisationen zukommen lassen, die es wirklich brauchen.

Geld vom Arbeitsamt

Darüber, dass es tiefer klassierten Spielern im Moment nicht sehr gut geht, spricht Lucas Miedler mit Heute.at. Der 23-Jährige ist knapp in den Top-300. Trotzdem lebt er im Keller seiner Mutter und musste sich kürzlich beim österreichischen Arbeitsamt melden. Im letzten Jahr verdiente er noch knapp 80.000 Euro. Doch in diesem Jahr waren es bisher weniger als 4000. Seine letzten Einnahmen datieren von Mitte März, als er an einem Turnier in Südafrika knapp 350 Euro verdiente.

(L'essentiel/ets)

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