Tote Laura Marie – «Es war kein Totschlag – es war Mord!»

Publiziert

Tote Laura Marie«Es war kein Totschlag – es war Mord!»

TRIER - Nach dem Gedenken für Laura Marie erhitzen sich die Gemüter in Trier: Eine Petition fordert lebenslange Verwahrung für den Täter. Eine andere macht der Stadt Vorwürfe.

«Gerechtigkeit für Laura Marie Klein» - mit diesen Worten ist die Petition unterschrieben, die Internetnutzer aus der Region Trier bei openpetition eingestellt haben. Sie fordern ein «entsprechendes Urteil und eine lebenslange Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherheitsverwahrung» für den jungen Mann, der die 16-jährige Laura Marie am vergangenen Freitag erstochen und dann am nächsten Tag ihre Leiche verbrannt hat. Darunter steht, dass der Mann laut einem Zeitungsbericht bereits zuvor «kriminell und mit Aggressionen aufgefallen» sei. So soll er vor vier Jahren zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden sein, nachdem er eine Neunjährige die Treppe herunter gestoßen hatte. Das Mädchen soll sich dabei den Kopf verletzt haben. Im Fall von Laura Marie befürchten die Initiatoren der Petition, dass die «grausame Tat» als Totschlag abgestempelt wird. Sie sagen: «Es war kein Totschlag – ES WAR MORD.»

113 Menschen haben die Petition schon unterschrieben (Stand: Donnerstag, 16.30 Uhr), auch aus Luxemburg kommen Unterstützer. In den Kommentaren, die die Petitionäre hinterlassen, spiegelt sich vor allem Wut und Trauer über die Tat wieder. «Er soll genauso Leiden wie unsere Laura», schreibt eine Nutzerin. «Ich zweifle langsam an unserem Rechtssystem!!!», kommentiert ein anderer – obwohl es bis jetzt nicht einmal eine Anklage gibt – geschweige denn ein Urteil. Aber es gibt auch beschwichtigende Kommentare: «Mit ist es wichtig, dass diese Person ihre gerechte Strafe erhält. Genauso wie es das Gesetz vorschreibt.»

Die Kerzen bleiben, wo sie sind

Auf Facebook geht auch die Diskussion über das Gedenken an Laura Marie weiter. Einige Trierer fordern, dass an Lauras Todesort ein Mahnmal errichtet wird. So war es auch im Fall der japanischen Studentin Mutsuko Ayano geschehen, die 1983 von einem Mann auf dem Weg zur Universität in Trier getötet wurde.

Das Internet treibt aber auch noch weitere Stilblüten: Eine andere Petition richtet sich an den Trierer Oberbürgermeister Klaus Jensen. Sie fordert, dass die Trauerkerzen an der Stelle, an der Laura getötet wurde, nicht von der Stadtverwaltung weggeräumt werden. Die Initiatoren behaupten, dass die Behörde die Kerzen bis Samstag entfernen lassen will. «Der Müll hat jahrelang niemanden interessiert – aber die Kerzen sollen weg», steht unter dieser Petition, die sich dagegen wehren will. 800 Menschen unterstützen das Anliegen bereits. Die Trierer Stadtverwaltung kann darüber nur den Kopf schütteln. «Das ist ein klassischer Internethoax», erklärt Stadt-Pressesprecher Ralf Frühauf gegenüber L’essentiel: «Es war nie die Rede davon, die Trauerkerzen da wegzuräumen. Man kann der Trierer Stadtverwaltung einiges anlasten – aber so unsensibel sind wir nicht.»

(Tobias Senzig/L'essentiel)

Deine Meinung