Unwetter an der Mosel – «Es war wie nach einem Bombenangriff»

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Unwetter an der Mosel«Es war wie nach einem Bombenangriff»

TRIER - Abgedeckte Dächer, zerstörte Weinreben, zerdepperte Scheiben: Das Unwetter vom Freitag hat in den Moselgemeinden Millionenschäden angerichtet.

Am Rheinufer in Koblenz wurde eine Frau von einem herabstürzenden Ast erschlagen.

Am Rheinufer in Koblenz wurde eine Frau von einem herabstürzenden Ast erschlagen.

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Dicke Hagelkörner, die teilweise so groß wie Tennisbälle waren, richteten an der Mittelmosel nach ersten Schätzungen Millionenschäden an. In Veldenz (Kreis Bernkastel-Wittlich) wurden nach Angaben des Bürgermeisters Norbert Sproß die Dächer von 300 bis 350 Häusern vom Hagel durchschlagen. Er schätzt den Schaden auf 30 Millionen Euro. Hinzu kämen total beschädigte Autos und Wasserschäden in den Häusern. Es werde mindestens ein halbes Jahr dauern, bis die Schäden repariert seien. Die Hagelgeschosse seien so groß wie kleine Pflastersteine gewesen. «Es war dramatisch. Wie nach einem Bombenangriff», Die Hagelgeschosse seien so groß wie kleine Pflastersteine gewesen, sagte er. Ein Hagelkorn hat bei der Feuerwehr 700 Gramm auf die Waage gebracht.

In Mülheim (Kreis Bernkastel-Wittlich) wurden 17 Hubschrauber beschädigt, die wegen eines Treffens gelandet waren. Auch zahlreiche Autos wurden demoliert.

Viele Trauben zerstört

Das Unwetter hatte auch in den Nachbargemeinden Burgen, Brauneberg und Kröv gewütet, Veldenz war aber nach Angaben der Polizei am stärksten betroffen. «In Veldenz, wie auch in weiteren Gemeinden an der Mittelmosel, wurden eine Vielzahl von Fensterscheiben in Wohnhäusern durch Hagel zerstört und komplette Dächer abgedeckt», teilte die Polizei mit.

Der Weinbauverband Mosel geht davon aus, dass der kräftige Hagel Trauben auf weit über 1000 Hektar zerstört hat. Genaue Angaben zur Höhe des Schadens lägen noch nicht vor, sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Gerd Knebel, am Montag auf Anfrage. Das Unwetter habe lokal sehr unterschiedlich gewütet. In manchen Weinbergen sei die Ernte zu einem Drittel zerstört, in manchen sogar zu 90 Prozent.

Frau in Koblenz von Ast erschlagen

«Die Winzer hatten sich schon auf den Herbst gefreut, denn es sah nach zwei schwächeren Jahren sehr gut aus. Und jetzt das», sagte Knebel. Die Mosel ist bundesweit das fünftgrößte Weinbaugebiet, insgesamt wird auf rund 9000 Hektar Wein angebaut.

Auf der Bundesgartenschau in Koblenz richtete der Sturm nach Angaben einer Sprecherin einen Schaden in sechsstelliger Höhe an. Ein 36-jährige Frau starb am Rheinufer. Sie war von einem Ast getroffen worden.

L'essentiel Online/dpa

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