«Partygate»: Ethikberater von Premierminister Johnson tritt zurück

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«Partygate»Ethikberater von Premierminister Johnson tritt zurück

Christopher Geidt teilte am Mittwochabend in einer knappen Erklärung mit, er bedauere diesen Schritt, halte ihn aber für richtig. Johnsons Büro erklärte, es sei von der Entscheidung überrascht worden.

Mayor of London Boris Johnson poses on March 14, 2013 in Paris.     AFP PHOTO MIGUEL MEDINA

Der Ethikberater des skandalgeplagten britischen Premierministers Boris Johnson ist zurückgetreten.

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Der Ethikberater des skandalgeplagten britischen Premierministers Boris Johnson ist zurückgetreten. Christopher Geidt teilte am Mittwochabend in einer knappen Erklärung mit, er bedauere diesen Schritt, halte ihn aber für richtig. Johnsons Büro erklärte, es sei von der Entscheidung überrascht worden.

Geidt war im Amt geblieben, als die Vorwürfe gegen Johnson mit den Ermittlungen zur «Partygate»-Affäre um feuchtfröhliche Feiern in Regierungsgebäuden während der Corona-Lockdowns ihren Höhepunkt erreichten. Der Premierminister wurde als einer von 83 Menschen zu einer Geldstrafe im Zusammenhang mit den Partys verdonnert. In einem Untersuchungsbericht hieß es, Johnson und ranghohe Mitarbeiter der Regierung hätten fehlendes Urteilsvermögen erkennen lassen.

In einer Befragung durch Abgeordnete des Parlaments räumte Geidt in dieser Woche ein, er habe seine Arbeit manchmal als frustrierend empfunden. Er verwies darauf, dass er vom Premierminister ernannt wurde und daher nicht wirklich unabhängig sei. Der Rücktritt des von ihm ausgewählten Ethikberaters ist der jüngste Rückschlag für Johnson, der in der vergangenen Woche ein Misstrauensvotum seiner eigenen konservativen Partei überstand. 41 Prozent der konservativen Abgeordneten stimmten allerdings für seine Absetzung, der Parteichef gilt daher als geschwächt.

Geidts Vorgänger als Ethikberater, Alex Allan, trat im November 2020 zurück. Zuvor hatte der Premierminister seine Feststellung ignoriert, dass ein Kabinettsmitglied Mitarbeiter gemobbt und gegen den Verhaltenskodex des Ministeriums verstoßen habe – das ist normalerweise ein Rücktrittsgrund. «Wenn der Premierminister einen Berater wegen der Interessen der Minister verliert, kann das als Unglück angesehen werden. Zwei zu verlieren, sieht nach Nachlässigkeit aus», sagte der konservative Abgeordnete William Wragg, ein Kritiker von Johnson.

(AP)

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