Zentralafrika – «Ethnische Säuberungen» gegen Muslime

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Zentralafrika«Ethnische Säuberungen» gegen Muslime

In Zentralafrika haben sich die brutalsten Attacken auf Muslime seit dem 18. Jahrhundert ereignet. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht von Amnesty International.

Menschenrechtler haben christlichen Bürgermilizen in Zentralafrika Verbrechen an der muslimischen Bevölkerung vorgeworfen. Amnesty International beschuldigt die internationalen Friedenstruppen, sie hätten die «ethnische Säuberung» in dem Land nicht verhindert.

«Das Ergebnis ist eine Massenflucht der Muslime von historischen Ausmaßen», hiess es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Organisation.

Seit Dezember wird zwischen Crhisten und Muslimen Gewalt ausgeübt

Amnesty hatte im Nordwesten des Landes mit mehr als 100 Augenzeugen gesprochen. Die bisher brutalste Attacke habe sich am 18. Januar ereignet, als christliche Milizen im Ort Bossemptele mehr als 100 Muslime getötet hätten.

Rund 1600 französische und etwa 5000 afrikanische Soldaten sind in dem Land im Einsatz. Sie haben sich aber bisher vor allem darauf konzentriert, die Ordnung im Großraum der Hauptstadt Bangui wiederherzustellen. Im März soll Startschuss für die 600 Mann starke EU-Truppe fallen.

Seit Dezember kommt es zwischen Christen und Muslimen in der Zentralafrikanischen Republik zu tödlicher Gewalt. Der muslimischen Minderheit wird vorgeworfen, die inzwischen kollabierte muslimische Rebellenregierung unterstützt zu haben, die ihrerseits zahlreiche Gräueltaten an Christen begangen haben soll. Rund 15 Prozent der Bevölkerung des Landes sind Muslime.

(L´essentiel/ sda)

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