Brüssel: EU-Drohnenstrategie – Flugtaxis sollen bis 2030 zum Alltag gehören

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BrüsselEU-Drohnenstrategie – Flugtaxis sollen bis 2030 zum Alltag gehören

Wenn es nach den Politikern in Brüssel geht, sollen noch dieses Jahrzehnt Menschen und Medikamente gefahrlos von autonomen Fluggeräten durch die Luft befördert werden – derzeit noch ein ferner Traum.

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Schon zum Ende des Jahrzehnts könnten Flugtaxis über europäischen Städten Alltag sein. (Visualisierung)

Schon zum Ende des Jahrzehnts könnten Flugtaxis über europäischen Städten Alltag sein. (Visualisierung)

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Die Ziele sind ambitioniert: Mit der wachsenden Industrie sollen bis 2030 insgesamt 145.000 neue Jobs geschaffen werden. Im Bild ein Drohnentaxi bei einem Testflug in einem menschenleeren Fußballstadion.

Die Ziele sind ambitioniert: Mit der wachsenden Industrie sollen bis 2030 insgesamt 145.000 neue Jobs geschaffen werden. Im Bild ein Drohnentaxi bei einem Testflug in einem menschenleeren Fußballstadion.

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Auch der deutsche Kanzler Olaf Scholz konnte bereits in die neue Technologie reinschnuppern. Abheben durfte er mit dem Prototypen von VoloCity aber nicht.

Auch der deutsche Kanzler Olaf Scholz konnte bereits in die neue Technologie reinschnuppern. Abheben durfte er mit dem Prototypen von VoloCity aber nicht.

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Flugtaxis und Medikamentenlieferungen per Drohne sollen nach dem Willen der EU-Kommission bis 2030 in Europa Alltag werden. Mit der am Dienstag in Brüssel vorgestellten überarbeiteten Drohnenstrategie soll der kommerzielle Drohnenbetrieb in großem Stil vorangetrieben werden. Dadurch könnten 145.000 neue Jobs geschaffen werden, sagte EU-Verkehrskommissarin Adina Valean in Brüssel. Sie rechnet bis 2030 mit einem Markt im Volumen von 14,5 Milliarden Euro.

Lärm- und Privatsphärebedenken

Die EU-Kommission möchte zunächst aber sicherstellen, dass die Gesellschaft Drohnen unterstützt. Die nationalen Behörden sollen dafür sorgen, dass die Drohnendienste auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger abgestimmt sind und dadurch die Bedenken bezüglich Lärm, Sicherheit und Privatsphäre ausgeräumt werden, hieß es.

Bis 2030 sollen der Strategie zufolge beispielsweise Lufttaxis Teil des europäischen Lebens werden; zunächst mit einem Piloten an Bord, später dann komplett automatisch. Außerdem sollen Kleinsendungen wie Blutproben oder Medikamente per Drohne verschickt werden können. Auch Überwachungsdienste oder Kartierungen könnten demnach bald per Drohne erledigt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, schlägt die EU-Kommission unter anderem gemeinsame Ausbildungsanforderungen für Piloten und ein freiwilliges Drohnensiegel für die Cybersicherheit vor.

EU ist optimistisch

Wie genau der Zukunftstraum aber umgesetzt werden soll, dazu hat die EU noch kaum Vorstellungen. Ob 2030 tatsächlich unzählige Roboter-Drohnen den Himmel bevölkern werden, ist mit Hinblick auf autonome Fahrzeuge höchst fraglich – in der Automobilindustrie forschen Firmen wie Tesla und VW seit Jahrzehnten an Technologien, die es ermöglichen sollen,  Fahrzeuge vollkommen autonom per Computer zu steuern.

Bis heute gibt es aber keine alltagstauglichen Lösungen, bei denen der Fahrer vollends auf den Computer vertrauen kann, ohne sich rechtlich zu gefährden. Die Technologie, die heute für die zweidimensionale Ebene noch nicht vollends ausgereift ist, müsste für Flugtaxis eine Ebene mehr in ihre Berechnungen miteinbeziehen. 

Würdest du dich in ein Flugtaxi trauen?

(dpa/bho)

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