Flüchtlingswelle erwartet – EU: Grenzschutz im Mittelmeer verstärken

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Flüchtlingswelle erwartetEU: Grenzschutz im Mittelmeer verstärken

Angesichts des Flüchtlingsstroms aus Nordafrika will die EU den Grenzschutz im Mittelmeer verstärken. «Wenn es nötig sein sollte, wird der Frontex -Einsatz ausgeweitet», sagte ein Sprecher.

Brüssel reagiert mit der Mission auf dringende Forderungen aus Rom nach europäischer Hilfe.

Brüssel reagiert mit der Mission auf dringende Forderungen aus Rom nach europäischer Hilfe.

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Seit Sonntag ist die EU-Grenzschutzagentur Frontex im Einsatz. Flugzeuge und Patrouillenboote unterstützen die italienische und maltesische Küstenwache bei der Kontrolle der Gewässer zwischen der italienischen Insel Lampedusa und Nordafrika. «Natürlich ist die Situation beunruhigend», sagte der Sprecher. Am Dienstag hatten erneut rund 130 Flüchtlinge die winzige Felsinsel Lampedusa erreicht.

12 Nationen beteiligt

Brüssel reagiert mit der Mission auf dringende Forderungen aus Rom nach europäischer Hilfe. Nach Frontex-Angaben beteiligen sich 12 Nationen daran. So schickt Deutschland zwei für die Seeüberwachung ausgerüstete, große Helikopter. Sie könnten im Zweifel auch bei der Seerettung helfen. Daneben sind vier Flugzeuge und Schiffe zur Patrouille der Küsten im Einsatz. Vor Ort helfen 30 Experten bei der Identifikation der Flüchtlinge. Nach Angaben der EU-Kommission kostet die Mission «Hermes» rund 2 Millionen Euro, allerdings sei dies eine vorläufige Summe.

Lampedusa das Tor nach Europa

An diesem Donnerstag werden die EU-Innenminister bei ihrem Treffen in Brüssel über das Flüchtlingsproblem beraten. Auch die Staats- und Regierungschefs wollen sich beim EU-Gipfel Ende März dem Thema widmen.

Vor rund einer Woche hatten in nur wenigen Tagen über 5000 Menschen aus dem nordafrikanischen Staat Lampedusa erreicht. Die nur rund 130 Kilometer von der tunesischen Küste entfernt liegende Insel ist aufgrund ihrer geografischen Lage seit langem für viele ein «Tor nach Europa».

L'essentiel Online /

(dpa)

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