EU-Ministertreffen: EU kauft 110.000 Dosen Affenpocken-Impfstoff
Publiziert

EU-MinistertreffenEU kauft 110.000 Dosen Affenpocken-Impfstoff

LUXEMBURG – Am heutigen Dienstag will die EU eine Vereinbarung zur Impfstoffbeschaffung gegen das Affenpockenvirus unterzeichnen. Das sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Rande des EU-Ministertreffens.

ARCHIV - 11.05.2019, Nordrhein-Westfalen, Bielefeld: ILLUSTRATION - Das Wort «Impfung» ist in einem Tropfen an der Nadel einer Spritze zu sehen. Erwachsene, die engeren Kontakt mit einem Affenpocken-Infizierten hatten oder ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben, sollen nach dem Willen der Ständigen Impfkommission (Stiko) künftig eine Impfung gegen Affenpocken erhalten. (zu dpa «Stiko empfiehlt Affenpocken-Impfung für Risikogruppen») Foto: Friso Gentsch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In Deutschland hat die Stiko die Impfung für bestimmte Risikogruppen empfohlen.

Friso Gentsch/dpa

Die Europäische Union will rund 110.000 Dosen Impfstoff gegen Affenpocken kaufen. Sie werde die Vereinbarung im Laufe des Tages unterschreiben, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Dienstag am Rande des EU-Ministertreffens in Luxemburg. Bereits Ende Juni sollten die ersten Dosen an die EU-Staaten geliefert werden. Derzeit gebe es 900 Affenpocken-Fälle in der EU, weltweit seien es rund 1400, sagte Kyriakides.

In Deutschland hatte die Ständige Impfkommission vergangene Woche eine Affenpocken-Impfung für bestimmte Risikogruppen und Menschen, die engen Kontakt zu Infizierten hatten, empfohlen. Ein erhöhtes Infektionsrisiko sieht die Stiko bei Männern, die gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte mit wechselnden Partnern haben. Zwar können sich alle Menschen über engen Körperkontakt anstecken, doch die Fälle in Deutschland seien «bisher auschließlich bei Männern der MSM-Community aufgetreten» schrieb die Stiko. Diese Gruppe sollte deshalb besonders geschützt werden. MSM steht für «Männer, die Sex mit Männern haben».

Auch Personal von Speziallaboratorien komme unter Umständen für eine vorsorgliche Impfung infrage. Der Beschlussentwurf der Empfehlung muss nun noch in ein sogenanntes Stellungnahmeverfahren und ist noch keine endgültige offizielle Empfehlung.

(L'essentiel/dpa)

Deine Meinung

2 Kommentare