«Seris» – EU-Securitys bekommen Vertrag mit «Zusatzklausel»
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«Seris»EU-Securitys bekommen Vertrag mit «Zusatzklausel»

LUXEMBURG – Die Nachtwächter am EU-Parlament werden von der Firma Seris übernommen. Doch die Firma hat ihnen seltsame Zusatzklauseln in den neuen Arbeitsvertrag geschrieben.

Die Porte de l'Europe auf dem Kirchberg: 145 Securitys bewachen die Luxemburger Filiale des EU-Parlaments.

Die Porte de l'Europe auf dem Kirchberg: 145 Securitys bewachen die Luxemburger Filiale des EU-Parlaments.

Marco Galasso/Flickr

Eigentlich sollte es nur ein neues Logo sein: Das Emblem der Sicherheitsfirma G4S auf den Uniformen der Sicherheitsmänner des EU-Parlamentsgebäudes in Luxemburg wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag mit dem der Seris-Gruppe ausgetauscht. Denn: Die Wachmänner wurden von dem belgischen Sicherheitsunternehmen übernommen. Ein gängiges Verfahren, wenn EU-Institutionen Dienstleistungsunternehmen wechseln.

Eigentlich hätte für die 145 betroffenen Angestellten alles beim Alten bleiben sollen – nur ihre Uniform und der Name des Arbeitgebers hätten sich ändern sollen. Doch die Praxis sieht offenbar anders aus. «Seris hat die Angestellten einen vollkommen überflüssigen Vertragszusatz unterzeichnen lassen», bedauert Michelle Cloos von der Gewerkschaft OGBL. «Dieser Zusatz sieht vor, dass die Angestellten an verschiedenen Orten tätig sind.» Zum Beispiel im Ausland, also dem eigentlichen Firmensitz oder –wenn nötig – am Wohnsitz des Arbeitgebers.

Rasenmäher für die Sicherheitsleute?

«Am Wohnsitz des Arbeitgebers – was soll das bedeuten?», fragt sich Cloos. «Sollen die Angestellten etwa den Rasen mähen?» Ein Unternehmerwechsel sehe vor, dass die ehemaligen Angestellten zu einem Vertrag mit den gleichen Bedingungen wie zuvor übernommen werden. Laut Cloos soll Seris zudem die Übernahme von vier Angestellten abgelehnt haben. Diese seien krankgeschrieben oder im Eltern- oder Mutterschaftsurlaub.

«Das ist streng verboten. Es ist unvorstellbar, dass ein Unternehmen diese Verpflichtung umgeht», sagt die Gewerkschafterin. Die Behauptungen wurden von Seris nicht bestätigt.

(Patrick Théry/L'essentiel)

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