Neue Virusvariante – EU will Flugverkehr aus südlichem Afrika stoppen

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Neue VirusvarianteEU will Flugverkehr aus südlichem Afrika stoppen

Die neu entdeckte Corona-Variante bereitet der EU Sorgen. Am Freitagnachmittag werden die Mitgliedstaaten der EU über ein Aussetzen des Flugverkehrs aus dem südlichen Afrika beraten.

Wegen der Ausbreitung der Variante des Coronavirus will die EU-Kommission Reisen aus dem südlichen Afrika in die EU auf ein absolutes Minimum beschränken. Die Brüsseler Behörde werde den EU-Staaten vorschlagen, die dafür vorgesehene Notbremse auszulösen um den Luftverkehr auszusetzen, teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf Twitter mit.

Die EU-Staaten müssen darüber jetzt noch beraten und entscheiden. Von der Leyen erklärt, diese Notbremse werde helfen, die Ausbreitung der neuen Virusvariante einzudämmen. «Alle Flugreisen in und aus diesen Ländern sollten unterbleiben, bis wir ein klares Verständnis darüber haben, wie gravierend die Mutationen dieser neuen Variante sind», sagte von der Leyen am Freitag in Brüssel. Ebenfalls hätten sich alle rückkehrenden Reisenden aus dieser Region an strickte Quarantäneregeln zu halten.

WHO noch zögerlich

Rechtlich bindend wäre die Notbremse nicht, doch es wäre eine wichtige Richtungsentscheidung. Mehrere EU-Länder verhängten bereits Reisebeschränkungen, darunter die Niederlande und Tschechien. Dänemark führt ab Mitternacht Reisebeschränkungen für Südafrika und die sechs südafrikanischen Nachbarländer ein. Die WHO äußerte allerdings zum jetzigen Zeitpunkt Vorbehalte gegen Reisebeschränkungen.

Italien kündigte ebenfalls Einschränkungen an. Wer in den vergangenen 14 Tagen in Südafrika, Lesotho, Botsuana, Simbabwe, Mosambik, Namibia und Eswatini gewesen sei, könne nicht nach Italien einreisen, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. Italienische Wissenschaftler arbeiteten daran, die Variante zu untersuchen.

Österreich verbot wegen der neuen Corona-Variante die Einreise aus Südafrika und einigen anderen afrikanischen Staaten. Nur Österreicher, die sich in Südafrika, Namibia, Botsuana, Simbabwe und Mosambik aufhielten, dürften noch in ihre Heimat zurückkehren, gab das Gesundheitsministerium bekannt. Sie müssten aber besonders strenge Quarantäne-Bedingungen beachten.

(L'essentiel/Angela Rosser/DPA)

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