Hautpflege – «Eure Haut braucht eine Smartphone-Pause»

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Hautpflege«Eure Haut braucht eine Smartphone-Pause»

Dr. Barbara Sturm ist eine der ersten Adressen für Hollywood-Stars, wenn es um schöne Haut geht. Wir haben mit der deutschen Dermatologin über Hautpflege im Herbst gesprochen.

Die deutsche Ärztin Barbara Sturm beim Charity Ladies' Lunch der DKMS Life. Mit ihren Pflegeprodukten und -Tipps überzeugt sie auch Stars wie Kim Kardashian.

Die deutsche Ärztin Barbara Sturm beim Charity Ladies' Lunch der DKMS Life. Mit ihren Pflegeprodukten und -Tipps überzeugt sie auch Stars wie Kim Kardashian.

DPA/Tobias Hase

Dr. Sturm, was braucht die Haut im Herbst?
Barbara Sturm: Ganz viel Feuchtigkeit. Vor allem nach diesem Hitzesommer. Ich schwöre auf Hyaluronserum, das zusätzlich zur Tagescrème aufgetragen wird. Auch am Abend. So können wir unserer sonnengestressten Haut ein pralleres Feeling geben. Außerdem empfehle ich, zweimal wöchentlich ein Enzympeeling zu machen. Das entfernt abgestorbene Zellen und lässt die Haut Wirkstoffe aus der Pflege besser aufnehmen.

Sollten wir also unser Beauty-Ritual der Jahreszeit anpassen?
Absolut! Die trockene, raue Winterluft strapaziert unsere Haut. Eine reichhaltigere Pflege ist im Winter ein Must. Texturen mit Ölen, darunter Traubenkernöl, sind ideal als Gesichtscrème für den Winter.

Und wie sieht es mit Sonnenschutz aus?
Ich bin kein Fan davon, ganzjährig Sunblocker zu verwenden, weil dadurch weniger Vitamin D aufgenommen werden kann. Zudem können die meist chemischen Lichtschutzfilter die Wirkung von natürlichen Inhaltsstoffen in Pflegeprodukten blockieren. Mir persönlich ist ein effektiver Schutz vor Umwelteinflüssen und HEV-Strahlung wichtiger.

HEV-Strahlung ist in der Beauty-Branche gerade ein großes Thema. Worum geht es dabei genau?
Mit «High Energy Visible» ist das blaue Licht gemeint, das von Computern, Tablets oder Smartphones ausgeht. Diese Strahlung dringt tiefer in die Haut ein als UV-Strahlung. Sie setzt freie Radikale in der Haut frei und schädigt sie damit. Die Folge sind frühzeitige Alterungserscheinungen wie Fältchen oder Pigmentflecken.

Wie können wir unsere Haut davor schützen?
Ohne längere Smartphone-Pausen geht's nicht – nur so kann sich die Haut regenerieren. Ferner helfen Pflegeprodukte mit starken pflanzlichen Antioxidantien, wie Portulak, Kakaobohnen-Extrakt sowie Helmkraut, Zellschäden rückgängig zu machen.

Smartphone-Pausen dürften aber vielen Ihrer berühmten Kundinnen, darunter Kim Kardashian oder Hailey Baldwin, eher schwer fallen. Welche No-Gos gibt's Ihrer Meinung noch für unsere Haut?
Besonders schlimm ist eine Kombi aus Schlafmangel, Stress, einem ungesunden Lebensstil und zu viel Make-up. Das kann schnell zu Unreinheiten oder einem fahlen, abgeschlafften Teint führen. Und: Ich rate immer von aggressiven chemischen Peelings mit Frucht- oder Salicylsäure ab. Dadurch zerstört man langfristig die natürliche Schutzbarriere der Haut.

Viele Brands bezahlen Stars und Influencer, damit diese ihre Produkte promoten ...
Stimmt. Ich kann mir so eine Werbeform allerdings gar nicht leisten und will das auch nicht. Mir ist Authentizität sehr wichtig und das merken meine Kundinnen. Zudem spricht die Wirksamkeit meiner Molekularkosmetik für sich, was sich über Mund-zu-Mund-Propaganda schnell verbreitet hat. Kim Kardashian hat mein Serum definitiv nicht im Bad stehen, weil ich sie bezahle.

Sie gelten als Pionierin in Sachen Hautpflege und haben unter anderem das «Vampire Facial» erfunden. Welche neuen Hautpflege-Trends kommen auf uns zu?
Natürlichkeit ist nach wie vor einer der größten Trends, weshalb eine schöne, gepflegte Haut immer wichtiger wird. Dabei geht es nicht darum, Falten wegzumachen, sondern vielmehr einen ebenmäßigen, strahlenden Teint zu bekommen.

Was braucht es neben der richtigen Pflege noch für einen strahlenden Teint?
Das hört man immer wieder, stimmt aber einfach: Gesunde Ernährung und guter Schlaf spielen hier eine große Rolle. Und: Ich persönlich verzichte im Alltag immer auf Make-up. Ständiges Abschminken kann die natürliche Schutzbarriere der Haut schädigen.

(Irène Schäppi/L'essentiel)

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