Griechenland – Euro-Partner verlangen «präzise» Vorschläge

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GriechenlandEuro-Partner verlangen «präzise» Vorschläge

In Brüssel kommen heute die Euro-Finanzminister und EU-Staatschefs zu wichtigen Treffen zusammen. Die Geldgeber verlangen schnelle Vorschläge aus Athen. Dort tickt die Uhr.

German Chancellor Angela Merkel (L)  and French President Francois Hollande (R) arrive for a joint press conference at the Elysee Palace on June 6, 2015, in Paris. The two leaders held a working dinner to "evaluate the consequences of the referendum in Greece" on whether to accept tough bailout conditions, Paris said in a statement.
AFP PHOTO / BERTRAND GUAY

German Chancellor Angela Merkel (L) and French President Francois Hollande (R) arrive for a joint press conference at the Elysee Palace on June 6, 2015, in Paris. The two leaders held a working dinner to "evaluate the consequences of the referendum in Greece" on whether to accept tough bailout conditions, Paris said in a statement.
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AFP/Bertrand Guay

Zwei Tage nach dem Referendum in Griechenland kommen Spitzenpolitiker der 19 Eurostaaten in Brüssel zusammen, um Auswege aus der zugespitzten Schuldenkrise zu suchen. Zunächst wollen die Euro-Finanzminister am Dienstag (13.00 Uhr) beraten, ob mit Athen über ein neues Hilfsprogramm verhandelt werden kann. Anschließend treffen sich die Staats- und Regierungschefs der Euro-Staaten (18.00 Uhr). An der Toprunde werden auch Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem und der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, teilnehmen.

Dijsselbloem forderte die Regierung in Athen dringend auf, konstruktive Vorschläge zur Lösung der Krise vorzulegen. Ohne klares Reformpaket sei ein Verbleib Griechenlands in der Eurozone «sehr fraglich», betonte der niederländische Finanzminister am Montagabend im Parlament in Den Haag. Auch Frankreichs Präsident François Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel machten Druck. «Es gibt Zeitdruck für Griechenland, und es gibt Zeitdruck für Europa», sagte Hollande nach einem Treffen mit Merkel in Paris. Beide forderten «präzise Vorschläge» von Athen.

Banken bleiben geschlossen

Griechenland will mit den Euro-Partnern bei dem Sondergipfel auch über eine Umschuldung verhandeln. Auf diese in der Eurogruppe umstrittene Forderung verständigte sich Ministerpräsident Alexis Tsipras bei einem Treffen mit der Opposition in Athen.

Die griechischen Banken bleiben angesichts der schweren Finanzkrise noch mindestens zwei weitere Tage geschlossen. Die seit gut einer Woche geltende Regelung wurde bis Mittwochabend verlängert. Damit dürfen die Griechen weiterhin maximal 60 Euro am Tag an Geldautomaten von ihren Konten abheben. Überweisungen ins Ausland sind nur nach einer Genehmigung der Zentralbank möglich. Rentner, die keine Bankkarten haben, können in der Woche höchstens 120 Euro abheben. Ausländische Touristen sind von den Einschränkungen nicht betroffen.

Putin spricht mit Lagarde

Der russische Präsident Wladimir Putin erörterte nach Kremlangaben am Montagabend bei einem Telefonat mit der Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, die Lage in Griechenland. Beide hätten die Hoffnung geäußert, dass «die Suche nach einer optimalen Lösung für das griechische Schuldenproblem unter Berücksichtigung der Interessen aller Beteiligten fortgesetzt wird». Um russische Finanzhilfen für Athen sei es nicht gegangen, hieß es.

Die US-Regierung bekräftigte, dass die Krise in Griechenland ein europäisches Problem sei. «Dies ist eine Herausforderung, die Europa lösen muss», sagte Regierungssprecher Josh Earnest am Montag.

(L'essentiel/dpa)

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