Inflation: Europäische Zentralbank steht vor weiterer Zinserhöhung

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InflationEuropäische Zentralbank steht vor weiterer Zinserhöhung

Für ihre Sitzung am Donnerstag hat die EZB eine weitere Erhöhung der Leitzinsen im Euroraum in Aussicht gestellt. Nur ist bisher noch unsicher, ob eine Erhöhung um 0,75 Prozentpunkte oder um 0,5 Prozentpunkte beschlossen wird.

Skyline of Frankfurt at Dusk. Right side the building of the European Central Bank.

Die EZB versucht seit Juli mit kräftigen Zinserhöhungen die Inflation einzudämmen.

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Die Euro-Währungshüter versprechen einen entschlossenen Einsatz gegen die hartnäckig hohe Inflation. Für ihre Sitzung an diesem Donnerstag hat die Europäische Zentralbank (EZB) eine weitere Erhöhung der Leitzinsen im Euroraum in Aussicht gestellt. «Wir gehen davon aus, dass wir die Zinssätze weiter anheben werden», hatte EZB-Präsidentin Christine Lagarde vor Kurzem bekräftigt.

Offen ist, ob die Zentralbank die Leitzinsen erneut um 0,75 Prozentpunkte anheben wird oder mit 0,5 Prozentpunkten eine etwas geringere Erhöhung beschließen wird. Bankvolkswirte rechnen überwiegend mit einer Erhöhung um 0,5 Punkte. Die Entscheidungen des EZB-Rates werden am Nachmittag (14.15 Uhr) bekanntgegeben.

Leitzins liegt inzwischen bei 2,0 Prozent

Die EZB strebt für den Euroraum mittelfristig stabile Preise bei einer Inflationsrate von zwei Prozent an. Von diesem Ziel sind die Währungshüter derzeit weit entfernt. Im November lag die Teuerung im Währungsraum der 19 Länder bei 10 Prozent. Im Oktober hatte die Inflation im Euroraum mit 10,6 Prozent einen Höchststand erreicht.

Die EZB versucht seit Juli mit kräftigen Zinserhöhungen die Inflation einzudämmen. Der Leitzins im Euroraum, der jahrelang auf dem Rekordtief von null Prozent eingefroren war, liegt inzwischen bei 2,0 Prozent. Höhere Zinsen sind allerdings auch eine Bürde für die Wirtschaft, etwa weil sich Kredite verteuern.

Thema der Ratssitzung dürfte außerdem die mögliche Verringerung der gewaltigen Anleihen-Bestände sein, die die Notenbank aufgekauft hat. Die über Jahre durch Wertpapierkäufe angeschwollene EZB-Bilanz müsse «maßvoll» und «auf vorhersehbare Weise» normalisiert werden, hatte Lagarde angekündigt. «Im Dezember werden wir die wichtigsten Grundsätze für den Abbau der Anleihenbestände in unserem Ankaufprogramm darlegen», sagte sie.

(DPA)

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