Abzocke: Europol warnt vor Betrugsmasche mit Fake-Anrufen

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AbzockeEuropol warnt vor Betrugsmasche mit Fake-Anrufen

Angebliche Mitarbeiter von Europol verlangen am Handy Geld oder persönliche Daten. Die Behörde warnt nun vor solchen betrügerischen Anrufen.

ARCHIV - 08.06.2021, Niederlande, Den Haag: Sitz von Europol, der Polizeibehörde der Europäischen Union. (zu dpa «Europol: Terror-Gefahr durch Dschihadisten und Rechtsextreme») Foto: Jerry Lampen/ANP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In den meisten Fällen ist es Europol zufolge schwierig, die Täter zu ermitteln.

Jerry Lampen/ANP/dpa

Die europäische Polizeibehörde Europol warnt vor zunehmenden Fake-Anrufen. Die Betrüger geben sich als Mitarbeiter von Europol aus und verlangen Geld oder persönliche Daten. Bei den Fake-Anrufen geben sich die Betrüger als Mitarbeiter von Europol aus und versuchen, persönliche Daten oder Geld zu bekommen, sagte Europol-Sprecher Jan Op Gen Oorth am Montag in Den Haag der Deutschen Presse-Agentur. «Vor allem in Deutschland häufen sich zur Zeit diese Anrufe.»

Diese Anrufe seien in jedem Fall falsch, sagte der Sprecher. «Europol ruft nie Bürgerinnen und Bürger an.» Europol fordere auch nie persönliche Daten oder Geld. Wer einen solchen Anruf erhalte, solle sofort das Gespräch beenden und seine lokale Polizeidienststelle benachrichtigen. Manchmal erscheine im Display sogar eine angeblich offizielle Europol-Telefonnummer. «Man nutzt eine Lücke im Mobilfunknetz aus und verbirgt die eigene Nummer», sagte Op Gen Oorth.

Die Betrugsmasche übers Telefon, das sogenannte Phone-Spoofing, ist nicht neu, wie der Sprecher sagte. Schon seit längerem würden Betrüger sich als Mitarbeiter von anderen offiziellen Polizeiorganisationen oder Ministerien ausgeben wie Interpol zum Beispiel. Die Betrüger behaupteten, dass die persönlichen Daten des Angerufenen bei einem Verbrechen aufgetaucht oder dass Konten gehackt worden wären. «Die Geschichten sind oft sehr abstrus», sagte der Sprecher. «Die Leute spielen mit der Angst».

In den meisten Fällen ist es Europol zufolge schwierig, die Täter zu ermitteln. Die Polizeibehörde vermutet, dass viele der Anrufe aus Südostasien kommen. Auch betrügerische E-Mails angeblich im Namen von Europol wurden bereits verschickt. Auch die Bundesnetzagentur hatte mitgeteilt, dass immer mehr Beschwerden über Fake-Anrufe vermeintlicher Polizeibehörden eingehen.

Situation in Luxemburg

Auch in Luxemburg wurden schon häufiger derartige Fälle gemeldet. Dabei geben englischsprachige Anrufer an, Mitarbeiter der luxemburgischen Polizei, Interpol oder Europol zu sein und berichten von einer angeblichen strafrechtlichen Ermittlung. Die Person wird dann aufgefordert eine bestimmte Wahltaste zu drücken oder persönliche Daten herauszugeben.

Auch der Betrug in Form von E-Mails wurde nach Polizeiangaben bereits mehrfach gemeldet. Hier wird die Person aufgefordert eine Aussage zu tätigen oder eine Geldstrafe zu überweisen.

Die Police Grand-Ducale empfiehlt Anrufe unbekannter Nummer zu ignorieren (nicht wegdrücken) und niemals unbekannte Nummern zurückzurufen. Außerdem sollen solche Anrufer blockiert und dem Telefonanbieter gemeldet werden. Auf eventuelle Forderungen und Drohungen soll nicht eingegangen werden. Zudem soll man niemals persönliche Daten per Telefon oder E-Mail weitergeben. Wem unrechtmäßig ein Betrag auf der Telefonrechnung in Rechnung gestellt wird, oder wer eine Überweisung durchgeführt hat, soll Anzeige bei der Polizei erstatten.

Hast Du schon mal einen Fake-Anruf von einer vermeintlichen Polizeibehörde erhalten?

(L'essentiel/dpa)

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