Friedensabkommen: Ex-Farc-Chef übernimmt Verantwortung für mehr als 20.000 Entführungen
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FriedensabkommenEx-Farc-Chef übernimmt Verantwortung für mehr als 20.000 Entführungen

Der ehemalige Anführer der kolumbianischen Guerrilla-Gruppe Farc, Rodrigo Londoño, Spitzname «Timochenko», hat vor Gericht die Verantwortung für mehr als 20.000 Entführungen übernommen.

The former leader of the ex-rebel group Revolutionary Armed Forces of Colombia and now political party FARC, Rodrigo "Timochenko" Londono speaks at the end of a ceremony marking the two-year anniversary of the peace agreement between the Colombian government and the FARC, in Bogota, on November 26, 2018. (Photo by Raul ARBOLEDA / AFP)

Der ehemalige Anführer der Farc, Rodrigo Londoño, übernimmt die Verantwortung für mehr als 20.000 Entführungen.

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Der ehemalige Anführer der kolumbianischen Guerrilla-Gruppe Farc, Rodrigo Londoño, Spitzname «Timochenko», hat vor Gericht die Verantwortung für mehr als 20.000 Entführungen übernommen. Im Namen der 13.000 Kämpfer der Rebellengruppe, die 2016 ein Friedensabkommen mit der kolumbianischen Regierung unterzeichnet hatte, erkenne er die «individuelle und kollektive Verantwortung für eines der abscheulichsten Verbrechen» der Farc an, sagte Londoño am Dienstag bei einer Anhörung vor einem Spezialgericht in Bogotá.

Die tausenden Entführungen seien «das Ergebnis einer Politik, die zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen geführt hat», sagte er weiter. Neben Londoño werden in Bogotá bis Donnerstag auch die Farc-Kommandanten Pablo Catatumbo, Julián Gallo, Pastor Alape, Milton Toncel, Rodrigo Granda und Jaime Alberto Parra angehört. Ihnen werden mehr als 21.000 Entführungen und weitere Straftaten zwischen 1990 und 2016 vorgeworfen.

Rodrigo Londoño Timochenko

Rodrigo Londoño «Timochenko» führte die kolumbianische Guerilla-Gruppe Farc an.

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Auch einige Entführungsopfer, meist Politiker oder Militärangehörige, wohnten den Anhörungen des unter dem Abkommen von 2016 eingerichteten Spezialgerichts bei. Gemäß dem Abkommen müssen die ehemaligen Guerillakämpfer ihren Opfern Wiedergutmachung leisten und die Wahrheit sagen, um einer Gefängnisstrafe zu entgehen. Das Gericht will sich mindestens drei Monate Zeit nehmen, um das Strafmaß der Angeklagten zu verkünden.

Das Spezialgericht geht auch gegen Militärangehörige vor, denen es massive Menschenrechtsverletzungen vorwirft. Etwa soll die Armee zwischen 2002 und 2008 in mehreren Regionen des Landes etwa 6400 Zivilisten hingerichtet und als Guerilla-Kämpfer dargestellt haben – als Gegenleistung für Prämien, Beförderungen und andere materielle Vorteile für das Militär. Bis heute haben nur rund 20 Militärangehörige ihre Beteiligung an den Verbrechen zugegeben.

(AFP)

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