Gustavo Petro: Ex-Guerillero gewinnt Präsidentenwahl in Kolumbien
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Gustavo PetroEx-Guerillero gewinnt Präsidentenwahl in Kolumbien

Mit Gustavo Petro wird zum ersten Mal ein linksgerichteter Politiker Präsident von Kolumbien. Vizepräsidentin wird die Menschenrechtsaktivistin und Umweltschützerin Francia Márquez.

Der ehemalige Guerillero Gustavo Petro hat die Präsidentenwahl in Kolumbien gewonnen. Der frühere Bürgermeister der Hauptstadt Bogotá kam nach der vorläufigen Auszählung auf 50,49 Prozent der Stimmen, wie das Wahlamt am Sonntag mitteilte. Der Immobilien-Unternehmer Rodolfo Hernández erhielt demnach 47,26 Prozent.

«Ich habe Gustavo Petro angerufen, um ihm als gewähltem Präsidenten des kolumbianischen Volkes zu gratulieren», schrieb der amtierende Präsident Iván Duque auf Twitter. «Wir sind übereingekommen, uns in den nächsten Tagen zu treffen, um einen harmonischen, institutionellen und transparenten Übergang einzuleiten.»

Auch der unterlegene Kandidat räumte seine Niederlage ein. «Die Mehrheit der Bürger, die heute abgestimmt haben, haben den anderen Kandidaten gewählt», sagte Hernández in einer Videobotschaft. «Ich akzeptiere das Ergebnis».

Umweltschützerin mit an der Spitze

Damit zieht erstmals in der jüngeren Geschichte Kolumbiens ein bekennender Linker in den Präsidentenpalast in Bogotá ein. Das südamerikanische Land ist traditionell konservativ geprägt. Die soziale Kluft ist groß, aber bislang hatte linke Politik durch die Gewalt der Guerillagruppen im jahrzehntelangen bewaffneten Konflikt einen schlechten Ruf.

An Petros Seite wird mit der designierten Vizepräsidentin Francia Márquez eine afro-kolumbianische Menschenrechtsaktivistin und Umweltschützerin mit an die Staatsspitze rücken. Sie kämpfte in der von der Gewalt besonders betroffenen Region Cauca gegen illegale Goldsuche und wurde mehrmals bedroht. 2018 erhielt sie für ihren Kampf den renommierten Goldman-Preis.

Petro will nach eigenen Worten das Land befrieden, die Ausbeutung von Rohstoffen bremsen, den Tourismus fördern und Unternehmen stärker besteuern.  

(DPA)

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