Bommeleeër-Prozess – Ex-Polizeichef Reuland sorgt für Überraschung

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Bommeleeër-ProzessEx-Polizeichef Reuland sorgt für Überraschung

LUXEMBURG - Völlig unerwartet hat der ehemalige Polizeichef Pierre Reuland am Montag erneut beim Bommeleeër-Prozess ausgesagt und das Interesse auf die Geheimdienste gelenkt.

Eigentlich war am Montag bei den Verhandlungen im Bommeleeër-Prozess keine Aussage des ehemaligen Polizeichefs Pierre Reuland vorgesehen. Doch dieser brachte die entscheidende Wendung, indem er eine «militärische Spur» mit den Attentaten in den 1980er Jahren in Luxemburg in Verbindung brachte. Laut Reuland müsse eine hochgestellte Persönlichkeit aus Luxemburg oder dem Ausland hinter Planung und Ausführung der Anschläge stecken. Er selbst sei dabei jedoch ebenso ausgeschlossen wie der Großherzog, erklärte Reuland.

Der ehemalige Polizeichef, der im Sommer für einen Eklat gesorgt hatte, weil er sich weigerte seine Aussagen zu unterzeichnen, lenkte damit das Interesse auf die Verantwortung der Geheimdienste und eine mögliche Verbindung zum Nato-Netzwerk Stay Behind. Er habe seine Vermutung bereits 1986 in einem Bericht geschildert. Sie sei aber nicht weiterverfolgt worden, erklärte Reuland. Besagter Bericht liegt dem Gericht vor. Zudem entlastete Reuland die Mitarbeiter des BMG: «Es ist unmöglich, dass meine Leute über Jahre Anschläge verübt haben sollen und tagsüber ihrer Arbeit nachgegangen sind, ohne dass ich oder jemand anderes etwas bemerkt haben.»

Mit seiner Aussage überraschte Reuland die Richter und die Staatsanwaltschaft. Der Ex-Polizeichef hatte diese lediglich als Ergänzung zu bereits vorher getätigten Aussagen vorgetragen. Diese unterschrieb er auch.

(L'essentiel Online mit tageblatt.lu)

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