Luxemburg – Experte klärt über die Steuerreform auf

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LuxemburgExperte klärt über die Steuerreform auf

LUXEMBURG – Die am Montag enthüllte Steuerreform soll für die Luxemburger fair sein. Aber ist sie es wirklich? Steuerexperte Patrick van Landeghem äußert sich dazu.

Steuerexperte Patrick Van Landeghem steht der Reform kritisch gegenüber.

Steuerexperte Patrick Van Landeghem steht der Reform kritisch gegenüber.

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Patrick van Landeghem ist ein anerkannter Steuerexperte in Luxemburg. Und er ist der Erste, der sich gegenüber L'essentiel zur Steuerreform der Regierung äußert. Insbesondere thematisiert er die Idee einer Individualbesteuerung für Ehepartner. «Es ist sehr schwer, ein großzügiges System zu kritisieren, da jeder applaudieren wird. Ich denke, dass man die Dinge anders hätte erwarten können», beurteilt er die Steuerreform.

In seiner Analyse, stellt der Steuerexperte vor allem die von der Regierung in den Vordergrund gestellte Steuergerechtigkeit in Frage. «Es wäre gerechter gewesen, wenn die Steuerzahler anstelle von Steuernachlässen von mehr Steuerkrediten hätten profitieren können. Danach muss man sehen, was dies in Bezug auf die Kosten bedeutet», argumentiert er.

In Frankreich gerechter

Denn wer von Steuernachlässen spricht, schließt gleichzeitig mit ein, dass Steuern gezahlt werden. Wohingegen von Steuergutschriften viele profitiert hätten – einschließlich die schwächsten Haushalte, für die eine Steuerbefreiung gilt. Zu denken ist hier zum Beispiel an den vom Fiskus gewährten Steuerfreibetrag in Höhe von 5000 Euro beim Kauf eines neuen Autos mit Null-Emissionen.

Was die Alleinerziehenden betrifft, die von einer Verdoppelung des Steuerkredits profitieren werden, beteuert der Steuerexperte, dass «der Staat die Anzahl der unterhaltspflichtigen Kinder nicht in Betracht gezogen hat. Ein ähnlicher Familienkoeffizient wie der des französischen Systems wäre gerechter gewesen».

Patrick van Landeghem begrüßt jedoch die optionale Individualisierung der Steuererklärungen für Ehepartner. «Dies wird die Frage der Steuern im Falle einer Trennung erleichtern». Aber damit nicht genug: «Ein nicht Ansässiger, der mit jemandem verheiratet ist, der in einem anderen Land arbeitet, könnte eine Steuererklärung machen, ohne die globale Einkommenssteuererklärung beachten zu müssen, die offensichtlich nicht von Vorteil ist».

(Patrick Théry/L'essentiel/vs)

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