Coronavirus in Luxemburg – Expertenrat spricht sich für teilweise Impfpflicht aus

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Coronavirus in LuxemburgExpertenrat spricht sich für teilweise Impfpflicht aus

LUXEMBURG – Das von der Regierung eingesetzte Gremium befürwortet die obligatorische Impfung in der Altersgruppe der über 50-Jährigen und in den Pflegeberufen.

Die fünfköpfige Expertengruppe, bestehend aus Dr. Vic Arendt, Infektiologe am CHL, Dr. Claude Muller, Experte für Virologie und Immunologie, Dr. Gérard Schockmel, Spezialist für Infektionskrankheiten, Dr. Thérèse Staub vom CHL sowie Dr. Paul Wilmes von der Universität, haben am Freitag Stellung zur Impfpflicht bezogen. Das Gremium war zuvor von der Regierung mit einem Gutachten zu dem Thema beauftragt worden.

«Die Impfstoffe gegen das Coronavirus sind und bleiben sehr effektiv, um Krankenhauseinweisungen und Sterbefälle zu verhindern. Sie zeigen auch in Luxemburg eine große Wirksamkeit», stellte der Dr. Claude Muller klar.

« Maßnahmen sollten bis August 2024 in Kraft bleiben »

Wie Dr. Gérard Schockmel erklärte, befürwortet die Gruppe die Impfpflicht. Sie empfiehlt sie für Menschen ab 50 Jahren sowie für Personen, die beruflich Kontakt zu Menschen aus der Risikogruppe haben, etwa in Pflegediensten oder Arztpraxen. Eine Boosterimpfung müsse Teil dieser Impfpflicht sein. Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, sollten natürlich von der Regel ausgeschlossen werden.

«Diese Maßnahmen sollten so schnell wie möglich umgesetzt werden und dann bis Ende Juli 2024 in Kraft bleiben. Schon die erste Impfung zeigt Wirkung», so Schockmel weiter.

Für über 50-Jährige sei die Impfpflicht notwendig

In der Altersgruppe der über 50-Jährigen sei die Impfpflicht notwendig, weil in dieser Gruppe die Wahrscheinlichkeit einer Krankenhauseinweisung sowie die Sterberate zunehme. «86 Prozent der Geimpften haben zwei Impfungen erhalten, nur 55 Prozent eine Boosterimpfung. Da gibt es noch Luft nach oben», so Claude Muller. Dennoch, so die Experten, müsse man weiterhin auch die jüngeren Menschen dazu bewegen, sich gegen Corona impfen zu lassen. Zurzeit sei der Altersdurchschnitt der ungeimpften Personen, die auf den Intensivstationen versorgt werden müssen, niedriger als der der Geimpften.

Die Omikron-Variante ändere nichts an der Notwendigkeit der Impfpflicht. Sie verursache in der Regel zwar mildere Verläufe, weil sie jedoch viel ansteckender ist, liefe man Gefahr, dass sehr viele Menschen zeitgleich erkranken und medizinische Betreuung in Anspruch nehmen müssen. Besonders für Menschen mit Vorerkrankungen und für Ältere sei Omikron gefährlich.

Zuvor hatten sich bereits die Ärztevereinigung sowie der Dachverband der Pflegedienstleister (Copas) für die Impfpflicht ausgesprochen. Für kommenden Mittwoch ist in der Chamber eine Debatte über die Einführung angesetzt.

(sw/L'essentiel)

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