Jerusalem: Bomben explodieren an Bushaltestellen – ein Toter, mehrere Verletzte

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JerusalemBomben explodieren an Bushaltestellen – ein Toter, mehrere Verletzte

Die Polizei geht nach den Detonationen in Israel von palästinensischen Anschlägen aus. Erste Ermittlungen deuten demnach auf Sprengsätze an den Explosionsorten hin.

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Maya Alleruzzo/AP/dpa

Bei zwei Explosionen in der Nähe von Bushaltestellen in Jerusalem hat es am Mittwoch einen Toten und mindestens 14 Verletzte gegeben. Die Polizei teilte mit, es handele sich mutmaßlich um Attacken von Palästinensern. Die erste Explosion ereignete sich in der Nähe einer Bushaltestelle am Stadtrand, an der üblicherweise viele Pendler auf ihre Verbindungen warten. Zu der zweiten Detonation kam es in Ramot, einer Siedlung im Norden der Stadt.

Die Polizei gab an, ein Mensch sei seinen Verletzungen erlegen, der israelische Rettungsdienst Magen David Adom sprach von vier Menschen mit ernsten Verletzungen. Der Sanitäter Josef Haim Gabai, der vor Ort war, als es am Mittwoch zu der ersten Explosion kam, sagte dem Armeeradio: «Es war eine verrückte Explosion.» Es seien «überall Schäden». Er habe überall Menschen mit blutenden Verletzungen gesehen.

Erste Ermittlungsergebnisse deuteten nach Angaben der Polizei darauf hin, dass Sprengsätze an den beiden Explosionsorten platziert wurden. Die zwei Detonationen ereigneten sich zur Hauptverkehrszeit. Die Polizei riegelte einen Teil einer Straßenverbindung aus der Stadt heraus ab, wo sich die erste Explosion ereignete. Videoaufnahmen vom Zeitpunkt kurz nach der Detonation zeigten auf dem Bürgersteig verstreute Trümmer. Krankenwagensirenen waren zu hören. Ein Bus in Ramot wies deutliche Spuren auf, etwa an der Frontscheibe, die wie Schrapnelleinschläge aussahen.

Israelische Razzien im Westjordanland

Die offensichtlichen Attacken fallen in eine Zeit hoher israelisch-palästinensischer Spannungen. Israel unternimmt seit Monaten Razzien im besetzten Westjordanland – ausgelöst von einer Reihe tödlicher Attacken auf Israelis, bei denen im Frühjahr 19 Menschen starben. Mindestens sieben weitere Israelis wurden bei palästinensischen Attacken in den vergangenen Wochen getötet.

Auseinandersetzungen zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern kosteten im Westjordanland und Ostjerusalem in diesem Jahr zudem mehr als 130 Palästinenser das Leben. Derzeit führt der frühere Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach den Parlamentswahlen Koalitionsgespräche, die dazu führen könnten, dass Israel die am weitesten rechts stehende Regierung seit der Staatsgründung bekommt.

Itamar Ben-Gwir, ein extremistischer Abgeordneter, hat die Todesstrafe für palästinensische Angreifer gefordert. Er könnte in einer neuen Regierung Netanjahus als Minister für die Polizei verantwortlich werden. Die Attacke bedeute, dass Israel eine härtere Haltung gegenüber palästinensischen Angreifern einnehmen müsse, erklärte er. «Wir müssen dem Terror einen Preis abverlangen», sagte er am Schauplatz der ersten Explosion. «Wir müssen dahin zurückkehren, die Kontrolle in Israel zu haben, die Abschreckung gegen Terror wieder herzustellen.»

(AFP)

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