Marihuana-Boom – Facebook-Milliardär will «Kiffer-Starbucks»

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Marihuana-BoomFacebook-Milliardär will «Kiffer-Starbucks»

Er wurde mit Paypal und Facebook reich. Jetzt wittert der US-Milliardär Peter Thiel in stylischem Kiffen das nächste große Geschäft.

Dass der in den USA bekannte Thiel nun in Cannabis-Industrie in den USA investiert, gilt als Meilenstein. Denn der Internet-Milliardär hat in der Vergangenheit oft genug den richtigen Riecher fürs gute Geschäft bewiesen. Mit Beteiligungen in Paypal, Airbnb, Spotify, Lyft, SpaceX oder Oculus Rift wurde der 47-Jährige reich. Sein Fonds Founders Fund verwaltet aktuell rund zwei Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro). Damit ist Thiel einer der größten Wagniskapitalgeber der USA.

Thiel beteiligt sich über seinen Founders Fund mit mehreren Millionen Dollar an der auf Marihuana-Geschäfte spezialisierten Firma Privateer Holdings. Das Unternehmen aus Seattle hält ein Portfolio von drei Startups, die auf die voranschreitende Cannabis-Legalisierung in den USA setzen.

Im Namen von Bob Marley

Eines davon ist besonders attraktiv: Die Marke Marley Natural, für die Privateer die Erben der Reggae-Legende Bob Marley jüngst als Namensgeber gewinnen konnte. Ziel der Unternehmung ist es, das erste globale Cannabis-Label aufzubauen - mit dem Namen der Reggae-Legende Bob Marley als Aushängeschild. Obwohl sich die Marihuana-Branche dank fortschreitender Legalisierung bereits zum boomenden Milliardenmarkt entwickelt hat, kann sie prominente und finanzstarke Unterstützung gut gebrauchen.

Der vor 33 Jahren verstorbene Kultstar aus Jamaika soll zu einer Art Marlboro Man des Marihuanas gemacht werden. Marley Natural soll 2015 mit einer Cannabis-Produktpalette an den Markt gehen und dort, wo es legal ist, auch entsprechende Rauchwaren anbieten. Kritiker mögen die kommerzielle Ausschlachtung des bekannten Namens durch Nachfahren und Investoren so viele Jahre nach Marleys Tod zynisch finden, doch in Amerika scheint das Timing nahezu perfekt.

Der Fonds von Thiel ist der einzige institutionelle Investor von Privateer. Alle anderen Anteilsnehmer sind reiche Privatpersonen. Insgesamt hat Privateer Holdings 82 Millionen Dollar eingesammelt. «Privateer Holdings hat sich als Marktführer für legales Cannabis hervorgetan, das unserer Ansicht nach zu einer gigantischen Industrie im nächsten Jahrzehnt heranwachsen wird», schrieb Founders Fund in einer Mitteilung.

Ein Starbucks der Kifferszene

Die Firma hat sich zum Ziel gesetzt, eine Art Starbucks der Kifferszene zu werden. Die Branche müsse weg vom alten Schmuddelimage und stattdessen starke Marken mit ansprechenden Produktverpackungen aufbauen.

Obwohl Marihuana laut Bundesgesetz nach wie vor illegal ist, haben bereits 23 von 50 US-Staaten die Droge erlaubt - wenngleich meist nur zu medizinischen Zwecken. Der legale Handel floriert, die Branche dürfte im letzten Jahr weit über zwei Milliarden Dollar an Umsatz gemacht haben. Das Potenzial ist enorm, immer mehr Bundesstaaten legalisieren die Droge. Investoren drängen in den Markt, die Rede ist vom «nächsten Goldrausch». Auch Profi-Anleger wie Thiel haben davon längst Wind bekommen.

(L'essentiel/cls/sda)

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