Krawalle «aus Versehen» – Facebook reagiert auf Saarlands Appell

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Krawalle «aus Versehen»Facebook reagiert auf Saarlands Appell

SAARBRÜCKEN - Nach einer wilden «Facebook»-Party Ende Juli haben die Betreiber des sozialen Netzwerks ihre Einstellungen für öffentliche Veranstaltungen geändert.

Facebook kommt nun dem saarländischen Innenminister Stephan Toscani entgegen und ändert seine Einstellungen für öffentliche Veranstaltungen.

Facebook kommt nun dem saarländischen Innenminister Stephan Toscani entgegen und ändert seine Einstellungen für öffentliche Veranstaltungen.

Weil ein 16-Jähriger aus Heusweiler im Saarland ein Häkchen bei Facebook falsch setzte, lud er die ganze Netzgemeinde zu einer Party ein und nicht nur seine Freunde. Er floh, doch das hielt rund 2000 Jugendliche nicht davon ab, auf der Straße eine wilde Party zu feiern, die bisher größte Facebook-Party, die in Deutschland stattgefunden hat. Leider mit zünftiger Randale: Flaschen flogen auf Polizeibeamte, die kurzerhand die Zufahrtsstraße gesperrt hatten. Umstehende Häuser und Autos wurden beschädigt, 69 Jugendliche festgenommen.

Der saarländische Innenminister Stephan Toscani hat nach der «Facebook»-Party an die Betreiber des sozialen Netzwerkes appelliert. Er forderte, dass die Voreinstellung «öffentliche Veranstaltung» bei Facebook nicht automatisch eingerichtet werden darf. So sollen Nutzer davor geschützt werden, Masseneinladungen aus Versehen auf Facebook zu verschicken.

Toscani geht die Änderung nicht weit genug

Die Betreiber des sozialen Netzwerkes haben nun Toscani Änderungen zugesagt. Ab sofort wird auf Facebook ein zusätzlicher Warnhinweis angezeigt, sobald Minderjährige eine Veranstaltung anlegen wollen. Facebook will später auswerten, ob dieser zusätzliche Hinweis tatsächlich positive Ergebnisse bringt.

«Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung», reagierte der saarländische Innenminister auf die Entscheidung von Facebook. Das Internet müsse größtmöglichen Schutz vor Fehlern mit weitreichenden Folgen bieten, so Toscani weiter. Allerdings geht ihm die Änderung auf Facebook noch nicht weit genug. Der Innenminister will, dass die Voreinstellung «Öffentliche Veranstaltung» entfernt wird.

(L'essentiel online)

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