Internet – Facebook wagt den Sprung an die Börse
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InternetFacebook wagt den Sprung an die Börse

Facebook geht an die Börse. Das teilte das soziale Netzwerk am Mittwochabend nach Börsenschluss in New York mit. Das Unternehmen verspricht sich davon Milliardeneinnahmen.

Facebook-Gründer Marc Zuckerberg hat sich für den Börsengang entschieden und muss nun Unternehmenszahlen veröffentlichen.

Facebook-Gründer Marc Zuckerberg hat sich für den Börsengang entschieden und muss nun Unternehmenszahlen veröffentlichen.

Keystone

Das Online-Netzwerk Facebook hat am Mittwoch die Unterlagen für seinen erwarteten Börsengang eingereicht. Daraus geht hervor, dass das Unternehmen mit dem Schritt rund fünf Milliarden Dollar einnehmen will. Ein Datum für den Börsengang teilte Facebook zunächst nicht mit.

Das Volumen des Börsengangs liegt damit nur halb so hoch wie ursprünglich erwartet. Allerdings kann sich diese Summe noch erhöhen. Es ist üblich, dass Firmen tiefstapeln, dann die Reaktion der Investoren abwarten und - falls genügend Nachfrage besteht - später den Preis erhöhen.

Geschäftszahlen offengelegt

Facebook legte wegen seiner Börsenambitionen zum ersten Mal in seiner Geschichte Geschäftszahlen vor. Wie der veröffentlichte Börsenprospekt verrät, wächst Facebook rasant und verdient auch Geld, vor allem mit Werbeeinnahmen: Im vergangenen Jahr blieben unterm Strich eine Milliarde Dollar übrig, 2010 waren es 606 Millionen Dollar und 2009 immerhin schon 229 Millionen Dollar. Der Umsatz lag zuletzt bei 3,7 Milliarden Dollar.

«Bei sozialen Netzwerken ist Facebook der Platzhirsch schlechthin. Es ist die Firma, an der sich alle messen», sagte kurz vor Bekanntgabe des Börsengangs der Analyst Michael Gartenberg von der Beratungsfirma Gartner. Auch wenn das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Palo Alto inzwischen auf die Marke von einer Milliarde Nutzer zusteuere, sehe er für den Konzern noch immer «riesige Wachstumsmöglichkeiten». Facebook arbeite zudem daran, sich neben der Werbung neue Erlösquellen zu erschliessen, etwa im Mobilgeschäft und mit Online-Spielen, Musik und Filmen.

Welchen Wert hat Facebook wirklich?

Viele Investoren stellen sich aber die Frage, ob die veröffentlichten Geschäftszahlen die kolportierte Firmenbewertung von 75 bis 100 Milliarden Dollar rechtfertigen. Facebook selbst lässt in dem Börsenprospekt noch keine Rückschlüsse zu, welchen Wert das Management dem Unternehmen zumisst. Weder wird die Anzahl der auszugebenden Aktien angegeben, noch der Preis für das einzelne Papier.

Bis zum eigentlichen Börsengang, der für das späte Frühjahr oder den Sommer erwartet wird, wird Facebook die Informationen noch nachreichen. Dann wird auch feststehen, ob sich Gründer Mark Zuckerberg selbst von Anteilen trennt. Er hält laut den Angaben aus dem Prospekt gut 28 Prozent der Anteile. Das gesamte Management kommt auf 70 Prozent, der Rest liegt bei Finanzinvestoren.

Spektakulärster Börsengang

Facebook gilt als der spektakulärste Börsengang des Internet- Zeitalters angesichts der 845 Millionen Nutzer.

Bereits seit Tagen ist die Wall Street in heller Aufregung. Investoren hoffen auf ein lukratives Investment, Banker und Aktienhändler auf satte Gebühreneinnahmen.

L'essentiel Online/sda/dapd

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