Attentäter identifiziert – Fahrer des Lastwagens hatte Granaten dabei

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Attentäter identifiziertFahrer des Lastwagens hatte Granaten dabei

Der Attentäter von Nizza ist französischen Medienberichten zufolge identifiziert. Es soll sich um einen 31 Jahre alten Franzosen tunesischer Herkunft handeln.

Polizeiquellen haben gegenüber der Nachrichtenagentur AFP bestätigt, dass der Attentäter «formell identifiziert» wurde. Demnach handelt es sich beim Fahrer des Lkw um einen 31-jährigen Franzosen mit tunesischen Wurzeln, der in Nizza wohnte. Seine Ausweispapiere wurden im Tatfahrzeug gefunden, zudem wurden eine Bankkarte und ein Handy sichergestellt.

Laut dem Nachrichtensender BFMTV soll der Täter der Polizei bekannt gewesen sein. «Man kannte ihn wegen Waffengebrauch, häuslicher Gewalt, Bedrohungen und Diebstahl», vermeldet BFMTV unter Berufung auf Ermittlerkreise.

Granaten gefunden

Verbindungen zum Terrorismus habe man bisher aber nicht herstellen können. Nach ersten Erkenntnissen der französischen Polizei soll der Mann nicht politisch radikalisiert gewesen sein. Der 31-Jährige sei allerdings bereit gewesen, auf die Menge zu schießen. Im Tatfahrzeug wurden Granaten und Waffen gefunden, teilweise nicht funktionsfähig.

Den LKW hatte sich der Mann nach Angaben von AFP erst kürzlich besorgt. «Er wurde vor einigen Tagen in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur gemietet», wird eine Polizeiquelle von der Nachrichtenagentur zitiert. Regionalpräsident Christian Estrosi sagte zu France Info: «Wir wissen dank Überwachungskameras sehr genau, wo und unter welchen Umständen der Täter in den LKW gestiegen ist.» Das Kamera-Netzwerk der Stadt ermögliche es, den Weg des Fahrzeugs sehr weit zurückzuverfolgen. Denn die Aufnahmen seien «sehr deutlich», so Estrosi zu BFMTV. Bilder des Attentäters sind bislang noch keine an die Öffentlichkeit gelangt.

Polizei durchsucht Wohnung des Täters

Nach Angaben von Augenzeugen und aus Ermittlerkreisen wurde der Mann von Polizisten erschossen, als er nach seiner Amokfahrt aus dem Lkw stieg und mit einer Pistole das Feuer eröffnete. Der Attentäter habe «mehrfach geschossen», bestätigte Regionalpräsident Christian Estrosi. Im Nachhinein seien im 19-Tonner «schwere Waffen» gefunden worden.

(L'essentiel/dpa)

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