Nachhaltige Produkte – Faire Milch gibt es jetzt auch aus Luxemburg

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Nachhaltige ProdukteFaire Milch gibt es jetzt auch aus Luxemburg

ERPELDINGEN - Die luxemburgischen Milchbauern produzieren ab sofort nachhaltige Milch. Das neue Produkt heißt «D’fair Mëllech» und soll die Situation der Landwirte verbessern.

Gilbert Leider, Besitzer des Erpeldinger Hof, freut sich über den Start der «D’fair Mëllech». (Foto: I: Figut)

Gilbert Leider, Besitzer des Erpeldinger Hof, freut sich über den Start der «D’fair Mëllech». (Foto: I: Figut)

Nach Belgien, Deutschland und Österreich gibt es nun auch aus Luxemburg fair gehandelte Milch. Die Vereinigung der luxemburgischen Milchbauern «Fairkoperativ Lëtzebuerg» hat am Donnerstag das Projekt bei einer Pressekonferenz auf dem Hof von Gilbert Leider in Erpeldingen vorgestellt. Die Organisation bietet das neue Produkt unter dem Markennamen «D’fair Mëllech» an. Als Maskottchen dafür wählte die Vereinigung die europaweit bekannte Kuh «Faironika» aus: Sie wird auf allen Milchpackungen - in den luxemburgischen Nationalfarben koloriert - abgebildet.

«Die Situation der Milchbauern ist seit Jahren schwierig. Wir wollten das ändern und so ist Ende 2009 die Idee der fairen Milch entstanden», sagte Fredy de Martines, Präsident des «Fairkoperativ Lëtzebuerg». Ein Liter fairer Milch wird demnach 1,09 Euro kosten - somit bekommt der Milchbauer zusätzliche 10 Cent für sein Produkt. Bisher seien die landwirtschaftlichen Betriebe gezwungen worden, ihre Milch unter dem tatsächlichen Herstellungspreis zu vermarkten, so de Martines.

Die Initiative hat sich deswegen zum Ziel gesetzt, dem Konsumenten eine faire und gerechte Alternative zu Milchprodukte anzubieten, die in den Läden bis jetzt verkauft wird. Die faire Milch gibt es schon jetzt in vielen Supermarktregalen in Luxemburg; weitere Vertriebswege sind de Martines zufolge geplant.

Elf Betriebe nehmen am Projekt bereits teil

«Wir sind wirklich gespannt, wie sich dieses neue Produkt entwickeln wird», sagte Landwirtschaftsminister Romain Schneider bei der Pressekonferenz. Das Ministerium und die Bank BGL BNP Paribas unterstützen die Initiative finanziell.

Auch Romuald Schaber, Präsident des European Milk Board, einer Interessenvertretung für Milcherzeuger in Europa, begrüßte den Start von «D’fair Mëllech» in Luxemburg. «Es ist ein großer Tag für die luxemburgischen und europäischen Milchbauern. Vom Preis der fairen Milch können nun alle leben», sagte er.

Die neue Milch stammt ausschließlich von Höfen in Luxemburg, wie die Initiatoren des Projektes berichten. Elf Betriebe nehmen bereits an der Initiative teil, weitere interessierte Milchproduzenten können sich noch bis zum 1. März dem Projekt anschließen.

«Das Projekt ist keine Lösung»

Auch Ronny Goedert (26) vom landwirtschaftlichen Betrieb «Goedert-Ries» in Ell an der luxemburgisch-belgischen Grenze möchte an der Initiative teilnehmen. Er befürchtet jedoch, dass die Konsumenten nicht bereit seien, zehn Cent mehr für die neue Milch - im Vergleich zum herkömmlichen Preis - auszugeben.

«Das Projekt ist keine Lösung des Problems der Milchproduzenten», sagte er auf Anfrage von «L’essentiel Online». «Man kann doch nicht sagen, dass «D’fair Mëllech» nur von Höfen stammt. Das Produkt wird durch die Molkerei Luxlait verpackt und geliefert», kritisierte er.

if/L'essentiel Online

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