Zuvor in Luxemburg gelebt: Falscher Flugkapitän zu mehrjähriger Haftstrafe verurteilt

Publiziert

Zuvor in Luxemburg gelebtFalscher Flugkapitän zu mehrjähriger Haftstrafe verurteilt

Vorgebend ein Pilot der Swiss-Airline zu sein, hat ein 44-jähriger Mann Dutzende Frauen betrogen und erpresst. In der Schweiz ist nun das Urteil zu diesem Fall gefallen.

Der Verurteilte zeigte sich in der Vergangenheit in den sozialen Netzwerken in Pilotenuniform.

Der Verurteilte zeigte sich in der Vergangenheit in den sozialen Netzwerken in Pilotenuniform.

DR

Ein vermeintlicher Pilot, der es verstand, Frauen um den Finger zu wickeln: Als Frauenheld bekannt, nutzte ein 44-Jähriger seine Manipulationsfähigkeit dazu, das Vertrauen seiner Opfer zu gewinnen, um sie anschließend um ihr Hab und Gut zu bringen. In der Schweiz hat man ihm den Prozess gemacht. Am heutigen Freitag ist klar: Dem Mann blüht eine mehrjährige Haftstrafe. Er ist zu dreieinhalb Jahren Gefängnis und einem zwölfjährigen Einreiseverbot in die Schweiz verurteilt worden. Seine Verbindung ins Großherzogtum? Hier soll der Betrüger gelebt haben und eines seiner Kinder soll in Luxemburg wohnen.

Unter der dem Vorwand eines vorübergehenden verwaltungstechnischen Problems lieh sich der falsche Flugkapitän hohe Geldsummen von seinen Opfern. Ins Visier nahm der dabei mehrheitlich Frauen mit afrikanischer Abstammung. Damit begann die Odyssee für seine Opfer: Laut Aussagen der Betroffenen wurde der zunächst liebevolle Pilot schnell zu einem gewalttätigen Tyrann. Darüber hinaus soll er die Frauen beim Sex gefilmt haben – oft ohne ihr Wissen. Einige seiner Opfer erpresste der Betrüger mit den intimen Videoaufnahmen und drohte mit Veröffentlichung, wenn sie ihm kein Geld auf sein Konto überweisen sollten.

Mildernde Umstände

Die Schweizer Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich fünf Jahre Gefängnis und die Ausweisung aus der Schweiz gefordert. Jedoch erkannte das Gericht an, dass in einigen Fällen die Klägerinnen ihr Einverständnis gegeben hatten, den gemeinsamen Geschlechtsverkehr zu filmen. Ebenso konnten einige Diebstahlvorwürfe nicht belegt werden, was die Strafe für den 44-Jährigen schließlich abmilderte.

Zwischenzeitlich hatte der Angeklagte erneut von sich reden gemacht, als er um vier Uhr morgens der Richterin eine Nachricht zukommen ließ, in der er ihr mitteilte, sie für «lahm» zu halten und sich weigere, der Urteilsverkündung beizuwohnen. Ob der verurteilte Betrüger in Berufung geht, bleibt offen – von seinem bisherigen Anwalt will er sich nicht mehr verteidigen lassen.

(apn/cs )

Deine Meinung

0 Kommentare