Facebook-Aktion – Familie stößt bei Suchaktion auf Leiche von Vermisstem

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Facebook-AktionFamilie stößt bei Suchaktion auf Leiche von Vermisstem

KOCKELSCHEUER – Es ist die Familie, die einen seit Tagen vermissten Mann am Dienstag tot im Wald findet – nach nur 15 Minuten Suche. Nun gibt es Kritik an der Arbeit der Polizei.

Die Familie von José Perreira Martins muss nun mit dem Verlust des 49-Jährigen fertig werden. Aber in die Trauer über den Suizid des Mannes mischt sich auch Kritik an der Arbeit der Polizei. Nachdem der Mann in der vergangenen Freitagnacht als vermisst gemeldet wurde, hatte die Familie am Dienstag über Facebook eine Suchaktion gestartet. Mit 70 Freiwilligen suchte sie beim Park+Ride Kockelscheuer. Das große Team fand den Vermissten dort tot – laut eines Berichts vom Tageblatt bereits nach 15 Minuten Suche.

Beamte der Police Grand-Ducale hatten das Auto des Vermissten schon am Samstag auf dem Parkplatz entdeckt und dort erfolglos nach dem Mann gesucht. Nach Angaben von Polizeisprecher Vic Reuter waren Polizei, Rotes Kreuz, Rettungsdienst und Hundestaffeln im Einsatz. Wie viele Beamte vor Ort waren, sei schwierig zu rekonstruieren, so Reuter. Gesucht wurde aber von 19 Uhr bis 0.20 Uhr. Wieso die Beamten den Mann nicht fanden, ist unklar.

Polizei untersucht mehrere Fährten

Geht eine Vermisstenmeldung ein, prüft die Polizei in jedem Fall, ob ein freiwilliges Untertauchen, eine Straftat oder eine Fremdeinwirkung vorliegen. Vorgegangen wird dann nach dem üblichen Prozedere: Umfeld befragen, alle Beamten informieren, nach Anordnung der Staatsanwaltschaft das Mobiltelefon orten und nach Zustimmung der Familie die Öffentlichkeitsfahndung starten.

Was die Familie verstört: Bereits am Samstag fand die Polizei das Auto des Vermissten, unterließ es aber offenbar, die Angehörigen zu informieren. Erst am Montag erfuhren die Familienmitglieder von dem gefundenen Wagen – und das auch nur auf Nachfrage. «Verschwindet jemand, laufen die Ermittlungen nach der Suche weiter», erklärt Polizeisprecher Reuter. «Und gibt es verschiedene Unklarheiten, dürfen wir auch der Familie nicht immer alles bekanntgeben.»Für die Angehörigen stellt sich nun die Frage, ob sie ihren Verwandten am Samstag eventuell noch hätten lebend finden können. Da die Todesursache klar ist, wird die Staatsanwaltschaft keine Autopsie zur Klärung des Todeszeitpunktes anordnen.

(sop/sen/L'essentiel)

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