Frankreich – Familie verschwunden, Bein gefunden

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FrankreichFamilie verschwunden, Bein gefunden

Leere Schränke, geschlossene Jalousien und ein abgetrenntes Bein: Das Verschwinden einer Familie aus dem französischen Nantes gibt Rätsel auf. Die Polizei geht von einem Verbrechen aus.

Nachbarn hatten die Behörden alarmiert, weil die Jalousien der Wohnung seit Anfang April geschlossen waren.

Nachbarn hatten die Behörden alarmiert, weil die Jalousien der Wohnung seit Anfang April geschlossen waren.

AFP

Plötzlich war sie weg: Seit Anfang April ist eine sechsköpfige Familie aus Nantes spurlos verschwunden. Was den Fall besonders mysteriös macht: Unter der Terrasse ihrer Wohnung fanden französische Polizisten die Reste eines abgetrennten menschlichen Beins. «Die Untersuchungen konzentrieren sich auf Entführung oder Mord», sagt Ermittler Xavier Ronsin zur Nachrichtenagentur AFP.

Nachbarn hatten die Behörden alarmiert, weil die Jalousien der Wohnung seit Anfang April geschlossen waren, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag berichtete. Keines der Familienmitglieder habe mehr auf Handy-Anrufe reagiert.

Schränke ausgeräumt

Polizisten hatten bei der Hausdurchsuchung festgestellt, dass die Schränke ausgeräumt und Bettlaken abgezogen waren. Spuren einer Auseinandersetzung gab es nicht. Von Nachbarn sei die Familie als ruhig und unscheinbar beschrieben worden.

Die vier Kinder im Alter von 13, 16, 18 und 21 Jahren hatten ihre Schulen, die Eltern ihre Arbeitsplätze unvermittelt verlassen. Zudem gab es seit dem 3. April keine Aktivitäten auf dem Familienkonto mehr.

Bekannten gegenüber hatten einzelne Familienmitglieder merkwürdige Andeutungen gemacht: Dazu gehörte die Behauptung des Vaters, er sei Geheimagent und müsse im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms abtauchen.

Etwa zehn Tage vor dem Polizeieinsatz hatte die Schule, die zwei der Kinder besuchen, ein Schreiben der Familie erhalten. Darin stand nach Angaben des Schuldirektors geschrieben, dass die Kinder nicht wieder zur Schule zurückkehren würden, weil der Vater wegen seiner Arbeit dringend nach Australien reisen müsse. Die Familie würde den Vater begleiten.

L'essentiel Online /

(AFP)

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