Bedrohte Raubkatzen – Fast 1000 Schneeleoparden in Mongolei gezählt

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Bedrohte RaubkatzenFast 1000 Schneeleoparden in Mongolei gezählt

Die Tierschutzorganisation WWF hat erhoben, dass beinahe 1000 Schneeleoparden in der Mongolei leben – mehr als erwartet.

Laut der Tierschutzorganisation WWF leben in der Mongolei rund 1000 Schneeleoparden. Die landesweit erste Erhebung habe eine Zahl von 953 erwachsenen Tieren ergeben, teilte der WWF am Mittwoch mit. «Die Schneeleoparden haben sich in der Mongolei behauptet. Das ist ein großer Erfolg für den Artenschutz», kommentierte Markus Radday, Referent für die Region beim WWF Deutschland, das Ergebnis der mehr als zweijährigen Zählung.

Man dürfe sich nun aber nicht auf den Ergebnissen ausruhen. «Die neu gewonnenen Erkenntnisse über ihre Verbreitung werden uns künftig dabei helfen, Schutzmaßnahmen noch effektiver und konzentrierter zu planen», sagte Radday weiter.

Tausende Fotos ausgewertet

Für die Zählung zwischen Mai 2018 und Oktober 2020 wurden tausende Fotos aus Kamerafallen und Geländebeobachtungen ausgewertet und mit computergestützten Modellierungen kombiniert. Auf Basis dieser Daten wurde der Bestand für das gesamte Verbreitungsgebiet berechnet.

Bisher sei man davon ausgegangen, dass die Zahl der Tiere zwischen 500 und 1000 liegt. Der neue Wert am oberen Ende dieser Schätzung gebe «Grund zum Optimismus», sagte Radday. Darüber hinaus erbrachte die Erhebung den Nachweis, dass die Fläche des gesamten Verbreitungsgebietes in der Mongolei etwa dreimal so groß ist wie bislang angenommen.

Mit geschätzten 4000 bis 6900 Tieren, die in den Hochgebirgen Asiens leben, zählt der Schneeleopard zu den seltensten Großkatzen der Welt. Insbesondere die Wilderei der Tiere selbst sowie ihrer Beutetiere setzt ihnen zu. Auf der Suchung nach Nahrung erlegen Schneeleoparden daher auch Nutztiere, die Hirten in die Berge treiben. Daraus ergeben sich immer häufiger Konflikte zwischen Tier und Mensch, die für die Großkatzen nicht selten tödlich enden.

(L'essentiel/dpa/her)

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