Ferrari 333 SP – Fast wie damals

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Ferrari 333 SPFast wie damals

In den 90er Jahren versuchte Ferrari an die längst verblassten Sportwagen-Erfolge anzuknüpfen. Aber der 333 SP war so ein bisschen lauwarm.

In den 50er und 60er Jahren hatte Ferrari die Sportwagen- und Prototypen-Rennen fast nach Belieben dominiert, neun Mal gewannen die Italiener zwischen 1949 und 1965 die 24 Stunden von Le Mans. Doch 1971 hatte sich das Werk von den Langstreckenrennen zurückgezogen, der 312 PB sollte das letzte Rennfahrzeug in dieser Kategorie für eine kleine Ewigkeit sein. Doch vor allem die Amerikaner jammerten, der Ruhm der Marke beruhte zu großen Teilen auf Rennerfolgen (nicht nur in der Formel 1), und Anfang der 90er Jahre konnte der amerikanische Importeur zusammen mit dem loyalen Kunden Giampiero Moretti (Besitzer des Lenkradproduzenten Momo) durchsetzen, dass sich Maranello wenigstens wieder ein bisschen für die Privatfahrer einsetzte.

Der Ferrari 333 SP wurde dann aber außerhalb von Maranello konstruiert - federführend war Dallara (der lange für Lamborghini gearbeitet hatte), das Design stammte von Michelotti (der nur wenige Ferrari eingekleidet hatte). Das Chassis bestand aus Karbonfasern und Aluminiumwaben, was dem Wagen einen erheblichen Gewichtsvorteil bescherte. Als Antrieb diente der auf 4 Liter Hubraum aufgebohrte Formel-1-V12, geschaltet wurde über eines der ersten sequentiellen Getriebe.

Eingesetzt wurde der Ferrari vor allem bei den Rennen nach IMSA-Reglement in den USA. Und da war er auch ziemlich erfolgreich. 1998 gewann Ferrari endlich wieder einmal die 24 Stunden von Daytona, nach einem Unterbrechung von 31 Jahren. In Le Mans hingegen, dem wichtigsten Langstreckenrennen überhaupt, gewannen die 333 SP keinen Blumentopf. Bis 2002 nahmen diese Ferrari an 144 Rennen teil - und gewannen 49 davon. Wohl 40 dieser Fahrzeuge wurden gebaut, heute zahlen Sammler über 2 Millionen Dollar für diese Rennwagen, deren Unterhalt auch richtig viel Geld verbrennt.

(L'essentiel/pru)

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