Heimliche Hochzeit – FBI-Agentin heiratet IS-Rapper Deso Dogg
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Heimliche HochzeitFBI-Agentin heiratet IS-Rapper Deso Dogg

Sie sollte gegen ihn ermitteln, verliebte sich aber in ihn: Eine FBI-Angestellte reiste heimlich zum deutschen IS-Terroristen Deso Dogg nach Syrien. Und wenig später wieder heim.

Für den Auftrag, den Daniela Greene im Januar 2014 erhält, gilt die höchste Sicherheitsstufe. Die Übersetzerin soll für das FBI die Kommunikation des deutschen IS-Terroristen Denis Cuspert analysieren. Die 38-Jährige scheint für den Job prädestiniert: Da sie in Deutschland aufgewachsen ist, beherrscht sie die Sprache perfekt.

Cuspert, gebürtiger Berliner, ist den Behörden auch unter dem Namen Deso Dogg bekannt. Seine Rapper-Karriere hängte er 2010 an den Nagel und schloss sich islamistischen Kreisen an. Seit 2013 soll er sich in Syrien aufhalten und es dort schnell in die Reihen der IS-Anführer geschafft haben.

Verliebt in einen Jihadisten

Was Greene in den abgehörten E-Mails und Telefongesprächen erfährt, scheint sie zu faszinieren. So sehr, dass sie sich ein One-Way-Ticket nach Istanbul kauft, berichtet CNN. Dem FBI tischt sie auf, sie wolle ihre Eltern in München besuchen. In der Türkei angekommen, wählt sie jedoch den Weg zur syrischen Grenze. Dort soll Deso Dogg sie in Empfang genommen haben.

Das Paar heiratet. Greene weiht ihren Ehemann in die Überwachungsaktivität der US-Bundespolizei ein. Dafür haben die beiden auch ausreichend Zeit. Erst fünf Wochen nach Greenes Abreise fahndet das FBI nach der Mitarbeiterin.

«Ich war schwach»

Bei Cuspert fühlt sich die Übersetzerin dann aber nicht lange wohl. Einer nicht identifizierten Person in den USA schreibt sie aus Syrien: «Ich war schwach und wusste nicht mehr, was ich tun sollte. Ich habe viel Mist gebaut.»

Nur einen Monat nach der Hochzeit reist sie zurück in die USA und wird dort im August 2014 verhaftet. Sie kooperiert und kommt wegen «Falschaussage im Zusammenhang mit internationalem Terrorismus» mit zwei Jahren Haft verhältnismäßig gut davon.

Peinlicher Fall fürs FBI

Das FBI sieht sich nun mit der Frage konfrontiert, warum es ausgerechnet Greene für den Job ausgesucht hat. Man habe «mehrere Schritte unternommen, um Sicherheitsschwachstellen zu identifizieren und zu reduzieren», lautet die knappe Antwort der Behörde auf die Anfrage von CNN.

Greene arbeitet mittlerweile in einem Hotel. Ob ihr Ex-Mann noch am Leben ist, ist derweil unklar. Deso Dogg wurde mehrfach für tot erklärt, zuletzt vergangenen Sommer. Später zog das Pentagon diese Meldung jedoch wieder zurück.

(L'essentiel/kko)

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