Rizin für Obama – FBI schnappt Absender der Gift-Post

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Rizin für ObamaFBI schnappt Absender der Gift-Post

Er wollte den amerikanischen Präsidenten mit Rizin vergiften – nun hat die US-Bundespolizei den mutmaßlichen Verfasser des Todesbriefes fassen können. Seine Motive sind noch unklar.

Nach Angaben der Sicherheitsbehörden bestand keine Gefahr für US-Präsident Barack Obama.

Nach Angaben der Sicherheitsbehörden bestand keine Gefahr für US-Präsident Barack Obama.

AFP

Im Zusammenhang mit den Gift-Briefen an US-Präsident Barack Obama und einen Senator hat die Polizei Medienberichten zufolge einen Verdächtigen festgenommen. Die TV-Sender NBC und CNN berichteten, der Mann sei in der Kleinstadt Corinth in Mississippi in Gewahrsam genommen worden sei.

In den beiden verdächtigen Umschlägen lag den Angaben zufolge auch ein Schreiben, das der Mann offenbar mit seinen eigenen Initialen unterzeichnet hatte. «Ich bin KC und ich unterstütze diese Botschaft», steht demnach in dem Brief.

Der Satz spielt auf die Schlussformel der Wahlkampfspots in den USA an, mit der Kandidaten ihre Zustimmung zu der darin geäußerten Meinung zum Ausdruck bringen. Den Berichten zufolge heißt es in beiden Schreiben auch: «Etwas Falsches zu sehen und es nicht zu enthüllen, bedeutet, sich zum stillen Partner von dessen Fortdauern zu machen.»

Kein Zusammenhang mit Boston-Attentat

Worauf genau der Verfasser damit anspielte, war zunächst unklar. Die Briefe an Obama und an Senator Roger Wicker aus Mississippi waren in einer ersten Untersuchung positiv auf das tödliche Pflanzengift Rizin getestet worden. Der Bundespolizei FBI zufolge sollen weitere Tests binnen 24 bis 48 Stunden Klarheit über das Gift bringen.

Das FBI betonte, dass die Postsendungen nicht im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Bostoner Marathon stehen. In beiden Fällen wurden die Briefe in Poststellen abgefangen, bevor sie in die Nähe der Adressaten gelangen konnten.

Ein weiterer verdächtiger Brief erreichte das Büro von Senator Carl Levin in dessen Heimatstaat Michigan. Zunächst war unklar, ob auch dieser Umschlag Gift enthielt. Das Gebäude in der Stadt Saginaw wurde evakuiert. Levin erklärte, dass einer seiner Mitarbeiter nach Kontakt mit dem Schreiben vorsichtshalber die Nacht zur Beobachtung im Spital verbringen werde.

Fehlalarm bei weiteren Briefen

Auch bei mehreren weiteren Regierungsbeamten war verdächtige Post eingegangen. Doch nach einer Untersuchung des Inhalts der Schreiben konnte die Polizei Entwarnung geben: Sie habe anders als bei den Briefen für Obama und Wicker keine gefährlichen Substanzen gefunden.

( L’essentiel Online / hhs/sda)

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